Prof. Hubert Fromlet kommentiert für die Deutsch-Schwedische Handelskammer

Schwedenkrone – und so kommt es wieder anders als man denkt

13.02.2019

Wieder einmal kam es in den letzten Wochen zu einer anderen Entwicklung der Schwedenkrone als von den meisten Experten im Herbst und Frühwinter prognostiziert. Die eine Erklärung ist – wie schon mehrmals beschrieben (zuletzt am 22.11.2018) – dass sich Devisenkurse einfach nicht prognostizieren lassen, außer vielleicht sehr kurzfristig. Die andere Erklärung sind psychologische Übertreibungen. Wahrscheinlich ist die momentane Stimmung der Analysten etwas schlechter als die statistische Wirklichkeit.

Das erstgenannte Phänomen hat einfach damit zu tun, dass sehr viele – oft unvorhersehbare – Einflussfaktoren die Währungsentwicklung beeinflussen können, sowohl im eigenen Land als auch von außen. Hierzu gehören auf der negativen Seite unter anderem aktuelle politische und soziale Probleme, schwächelnde Konjunkturindikatoren an wichtigen Fronten und auch nach unten revidierte Stimmungsbilder und Prognosen für die eigene und/oder die internationale Konjunktur.

Gründe für die Kronenschwäche

Es steht außer Frage, dass die Devisenmärkte zurzeit derartige Probleme in Schweden sehen. Es lässt sich vor allem beobachten:

  • ein wesentlicher – vielleicht sogar etwas übertriebener – Stimmungseinbruch der Konjunktur
  • eine Vielzahl nach unten revidierter Prognosen für 2019
  • nach wie vor existierende wirtschaftspolitische Unsicherheit nach der Regierungsbildung
  • ein zuletzt recht träger Einzelhandel
  • eine leichte Senkung der Preise für Wohnimmobilien
  • eine denkbare längere Zinserhöhungspause bei der Reichsbank, vielleicht schon jetzt nach einer erst kleinen Anhebung im Dezember. Die Leitzinsen sind aber noch immer im Minusbereich – daher der negative Effekt auf die Krone.

Natürlich kann sich die schwedische Krone auch wieder verstärken, wenn sich die augenblicklichen Negativfaktoren als temporär erweisen sollten. Eine derartige Prognose lässt sich aber nicht präzisieren, weder was den Zeitpunkt noch die Stärke einer eventuellen Trendwende für die Krone betrifft.

Von Währungsspekulationen rate ich – wie immer – nachdrücklich ab, nicht aber zum Beispiel von einer wohlgeplanten zeitlichen Steuerung von Zu- und Abflüssen in derselben Auslandswährung im eigenen Unternehmen.

Ansprechpartner

Hubert Fromlet

Affiliierter Professor an der schwedischen Linné-Universität und Senior Advisor der Deutsch-Schwedischen Handelskammer