Jörgen Nilsson, Geschäftsführer von Trelleborgs Hamn samt Hafen von Trelleborg.

Jörgen Nilsson, Geschäftsführer von Trelleborgs Hamn.

Foto: Trelleborgs Hamn

Containerschiff vor Hamburgs Hafen. Text: #WirtschaftLebt; Unsere Mitglieder berichten; eine Kampagne der Deutsch-Schwedischen Handelskammer

#WirtschaftLebt – Trelleborgs Hamn: „Fokus auf die Zukunft – aus der Vergangenheit kann nur gelernt werden“

13.05.2020

Trelleborgs Hamn AB ist Skandinaviens größter RoRo-Hafen. Dank der kurzen Entfernung von gerade einmal 85 Kilometern nach Deutschland verkehren viele Schiffe zwischen Schwedens südlichstem Hafen und den deutschen Häfen. Die Fährverbindungen sorgen für effektiven Austausch mit den fünf Partnerhäfen Travemünde, Rostock, Sassnitz, Swinoujscie und Klaipeda. Jörgen Nilsson, Geschäftsführer von Trelleborgs Hamn, gibt uns einen Lagebricht und erklärt, wie das Unternehmen während der Krise handelt.

Deutsch-Schwedische Handelskammer: Wie geht es Trelleborgs Hamn?

Jörgen Nilsson: Wir haben ein sehr gutes erstes Quartal 2020 zu verzeichnen, in dem das Frachtvolumen fast auf dem Niveau von 2019 blieb und das Ergebnis 15 Prozent höher als erwartet ausfiel. 2019 war ein erfolgreiches Jahr für uns, denn wir konnten unseren Umschlag um 7,7 Prozent erhöhen. Auch das Ergebnis war zufriedenstellend. Unser Ausbau verläuft weiterhin planmäßig, sodass wir in diesem Jahr den Bau der Terminals 13 und 14 abschließen werden. Im Juni dieses Jahres werden wir zudem bekannt geben, wer den Auftrag zum Bau der Terminals 11 und 12 erhält, die spätestens Ende 2021 fertig sein werden.

„Wir haben beschlossen, keine Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken.“

Wie passen Sie Ihr Unternehmen an die eventuell länger anhaltende Krise an?

Nach dem sehr guten ersten Quartal 2020 wurden wir vor große Herausforderungen im Geschäft gestellt. Unser Pkw-Verkehr ist im April dramatisch zurückgegangen: Er betrug nur 23 Prozent des Vorjahreszeitraums. Beim Frachtvolumen haben wir es mit einem Rückgang von 17 Prozent gegenüber April 2019 zu tun. Wir haben beschlossen, keine Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken, bedienen uns jedoch anderer Maßnahmen in Bezug auf Betrieb, Reparatur und Wartung sowie Personalkosten. In der Praxis bedeutet dies zum Beispiel, dass wir nicht anwesendes Personal nicht ersetzen und nur die Wartungsarbeiten durchführen, die für den Betrieb erforderlich sind. Seit einem Jahr setzen wir zudem ein spezialisiertes Modell ein, das uns bei der Erfüllung der Rentabilität unterstützt und enorm wichtig für unsere Arbeit ist.

Welche Tipps möchten Sie mit unserem Netzwerk teilen?

Meine Empfehlung ist, in der internen Kommunikation sehr klar zu sein. Erklären Sie, welche Maßnahmen zu ergreifen sind und warum, seien Sie transparent und wiederholen Sie die Nachrichten. Führen Sie auch mit Ihren Kunden einen sehr engen Dialog. Behalten Sie eine positive Einstellung, denn auch in schwierigen Zeiten gibt es erfreuliche Ereignisse, die beispielsweise in den sozialen Medien geteilt werden können. Und denken Sie daran, dass eine Krise auch neue Geschäftsmöglichkeiten mit sich bringen kann. Haben Sie die Zukunft im Fokus – aus der Vergangenheit können Sie nur lernen.

 

In unserer Serie #WirtschaftLebt berichten unsere Mitglieder, wie sie die aktuelle Coronakrise erleben und welche Erfahrungen, Tipps und Erkenntnisse sie mit dem Netzwerk teilen möchten.