Informationen für Mitglieder und Kunden zum Coronavirus (Covid-19)

13.03.2020

Aktualisiert: 02.06.2021

Hier finden Sie wichtige Informationen zur Coronapandemie in Schweden. Wir informieren über neue Regelungen und wie der schwedische Staat betroffene Unternehmen unterstützt. Unsere Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice und stehen Ihnen wie gewohnt per E-Mail sowie telefonisch zur Verfügung. Bei Fragen erreichen Sie unser Coronakrisenteam unter corona@handelskammer.se.

Bitte beachten Sie, dass sich unser Service ausschließlich an Unternehmen und Arbeitgeber richtet. Anfragen von Privatpersonen können leider nicht beantwortet werden. Bitte wenden Sie sich an die Deutsche Botschaft Stockholm.

Die schwedische Regierung informiert

Folgende Maßnahmen, die einer weiteren Verbreitung des Coronavirus entgegenwirken sollen, gelten in Schweden. Vom 10. Januar bis voraussichtlich 30. September 2021 gilt ein spezielles Pandemiegesetz, das vorübergend eingeführt wurde, um striktere Begrenzungen beschließen zu können. Bei Missachtung der Verbote drohen Bußgelder.

Am 27. Mai 2021 hat die Regierung einen Stufenplan zur Aufhebung der Restriktionen vorgestellt.

Folgendes gilt ab 1. Juni 2021:

  • Private und öffentliche Zusammenkünfte von mehr als 8 Personen sind landesweit verboten. Ausnahme: An öffentlichen bestuhlten Veranstaltungen, die unter freiem Himmel stattfinden, dürfen maximal 500 Personen teilnehmen.
  • Die Bürgerinnen und Bürger sind dazu angehalten, Kontakte auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren und Menschenansammlungen zu meiden. Ein Mindestabstand von 1,5 Metern soll eingehalten werden.
  • In öffentlichen geschlossenen Räumen (z. B. Geschäfte, Einkaufszentren, Fitnessstudios, Sportstätten) muss sichergestellt werden, dass pro Person mindestens 10 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Lokal kann eine Maskenempfehlung für Innenräume, einschließlich Arbeitsplätze, gelten.
  • Es gilt eine Maskenempfehlung im öffentlichen Personennahverkehr zu Stoßzeiten (7-9 und 16-18 Uhr).
  • Auf Reisen in Zügen und Bussen im Fernverkehr (über 150 km) ist die Anzahl der Passagiere reduziert.
  • Grundschulen sowie Kindergärten sind grundsätzlich geöffnet. An Gymnasien (ab Jahrgangsstufe 10) kann der Unterricht hauptsächlich digital stattfinden. Regionale Unterschiede kommen vor.
  • Restaurants, Bars und Cafés sind bis 22:30 Uhr geöffnet. Es dürfen maximal vier Gäste an einem Tisch sitzen.

Folgendes gilt ab 1. Juli 2021:

  • Maximal 50 Personen dürfen zu privaten Treffen im Innen- und Außenbereich zusammenkommen.

Folgendes gilt ab 15. Juli 2021:

  • Die Maskenempfehlung im öffentlichen Personennahverkehr wird aufgehoben.
  • Die Passagierbegrenzung im Fernverkehr wird aufgehoben.

Voraussichtlich im September 2021 werden sämtliche Begrenzungen für Veranstaltungen aufgehoben.

Bitte beachten Sie, dass in einigen Regionen strengere Restriktionen gelten können. Hier können Sie sich über die Regelungen in den einzelnen Regionen informieren.

Deutsche in Schweden werden gebeten, die Webseite der Deutschen Botschaft Stockholm zu besuchen.

Ein- und Ausreise

  • Bis voraussichtlich 31. August ist eine Einreise nach Schweden nur mit einem maximal 48 Stunden alten negativen Coronatest möglich. Der Test muss vor der Einreise gemacht werden. Eine Testung nach der Ankunft in Schweden ist nicht möglich. Hier finden Sie Informationen zu den Testanforderungen (Testtyp und Sprache).
  • Ausgenommen hiervon sind unter anderem schwedische Staatsbürger sowie Personen, die in Schweden leben. Und: Bei Einreise aus Dänemark, Norwegen, Finnland und Island ist kein negativer Test vorzuzeigen.
  • Das grundsätzliche Einreiseverbot aus Drittstaaten nach Schweden (inkl. Großbritannien) wurde bis zum 31. August 2021 verlängert.
  • Von nicht notwendigen Reisen in alle Länder außerhalb von EU/EES/Schengen, Australien, Großbritannien, Israel, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea und Thailand wird bis 1. Juli 2021 abgeraten.

Unterstützung für Unternehmen

Am 16. März 2020 hat die Regierung ein Krisenpaket zur Unterstützung von Unternehmen angekündigt, die von den Auswirkungen des Virus betroffen sind. Das Paket wird fortlaufend erweitert und kann je nach Entwicklung der Situation über 300 Milliarden SEK umfassen. Zur Pressemitteilung auf Englisch hier.

Die Unterstützung ist betriebsgrößenunabhängig und kann auch von Selbstständigen beantragt werden. Das Paket wurde aktualisiert und beinhaltet mittlerweile unter anderem:

  • Unterstützung von Kurzarbeit, wobei der Staat bis zu 60 Prozent der Kosten übernimmt – verlängert bis 30. Juni 2021 (Details dazu hier).
  • Übernahme des Krankengeldes durch den Staat – verlängert bis 30. April 2021 (Details dazu hier)
  • Stärkung der Liquidität durch aufgeschobene Steuerzahlungen – verlängert bis 30. Juni 2021 (Details dazu hier)
  • erweiterter Kreditgarantierahmen für Exportunternehmen und Seefahrt von 200 Milliarden SEK, darüber hinaus verbesserte Möglichkeiten der Kreditaufnahme für Exportunternehmen jeglicher Größe und deren Subunternehmer, Absicherung für Kredite von Logistikunternehmen sowie Kapitalzuschuss von 3 Milliarden SEK für kleine und mittlere Unternehmen (mehr Informationen auf Schwedisch hier)

Zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen hat die Regierung am 25. März 2020 die Einführung staatlicher Kreditgarantien vorgeschlagen. Dieser Vorschlag beinhaltet:

  • 70 Prozent der neuen Kredite der Banken sollen Unternehmen vorbehalten sein, die aufgrund der Folgen des Coronavirus finanzielle Schwierigkeiten haben, ansonsten aber rentabel sind.
  • Unter bestimmten Bedingungen vorübergehende Kürzung der Arbeitgeberbeiträge und Selbstbehalte, womit pro Arbeitnehmer und Monat bis zu 5 300 SEK eingespart werden können.
  • Zeitweise um die Hälfte gesenkte Mietkosten für besonders betroffene Branchen wie Hotellerie, Gastronomie, nicht lebensnotwendiger Einzelhandel.
  • Vorübergehende Steuerreduktion für einzelne Gewerbetreibende und natürliche Personen, die Teileigner schwedischer Handelsunternehmen sind. 100 Prozent des steuerpflichtigen Gewinns für 2019 können für Rückstellungsfonds (periodiseringsfond) bis zu einer Obergrenze von 1 Mio. SEK abgesetzt und mit möglichen künftigen Verlusten verrechnet werden.

Am 30. April 2020 wurde ein weiteres Maßnahmenpaket präsentiert, das Unternehmen darin unterstützen soll, die Krise zu überbrücken und ggf. den Betrieb umzustellen. Das Paket umfasst insgesamt 39 Milliarden SEK.

  • Voraussetzung ist ein Umsatz von mindestens 250 000 SEK und ein Umsatzverlust von mindestens 30 Prozent im März und April 2020, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.
  • Die Höhe der Unterstützung hängt von der Höhe des Umsatzverlustes ab und liegt zwischen 22,5 und 75 Prozent der Fixkosten ohne Gehälter für März und April 2020.
  • Die maximale Unterstützung je Unternehmen liegt bei 150 Mio. SEK.

Dieses Hilfspaket wurde am 7. September 2020 um drei Monate verlängert. Am 20. November 2020 wurde eine weitere Verlängerung bis Ende 2020 beschlossen.

  • Voraussetzung für die Bewilligung für Mai 2020 ist ein Umsatzverlust von mehr als 40 Prozent, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.
  • Voraussetzung für die Bewilligung für Juni und Juli 2020 ist ein Umsatzverlust von mehr als 50 Prozent, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.
  • Die Höhe der Unterstützung beträgt 75 Prozent des prozentualen Umsatzverlustes, der sich aus den Fixkosten des Unternehmens für Mai bis Juli 2020 ergibt.
  • Die maximale Unterstützung je Unternehmen liegt für Mai bei 75 Mio. SEK und für Juni und Juli 2020 bei maximal 150 Mio. SEK.

Eine Übersicht über alle Konjunktur- und Hilfspakete finden Sie bei Germany Trade & Invest (Stand: 25. Mai 2021).

Die schwedische Gesundheitsbehörde informiert

Aktuelle Informationen über das Coronavirus gibt es bei der schwedischen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten. Wenn Sie Symptome bei sich wahrnehmen und sich in Schweden befinden, rufen Sie den Gesundheitsservice unter 11 77 an. Allgemeine Informationen zum Virus erhalten Sie unter der Nummer 113 13 (aus dem Ausland unter +46 77 33 113 13).

Die Deutsch-Schwedische Handelskammer informiert

Unsere Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice und stehen Ihnen wie gewohnt per E-Mail und telefonisch zur Verfügung.

Als Mitglied können Sie sich immer an unsere Mitgliederabteilung wenden.

Bei arbeitsrechtlichen Fragen zu den Regeln für Ihre Angestellten in Schweden kontaktieren Sie gerne unsere Rechtsabteilung.

Prof. Hubert Fromlet, Senior Advisor der Deutsch-Schwedischen Handelskammer, berichtet regelmäßig über die Auswirkungen des Coronavirus auf die schwedische Wirtschaft.

Weitere Tipps

Bei The Local und Radio Sweden finden Sie aktuelle Nachrichten aus Schweden auf Englisch.

Hier können Sie mehr zu den Regelungen in Deutschland lesen (auf Schwedisch).

Kontakt

Unser Coronateam