Informationen für Mitglieder und Kunden zum Coronavirus (Covid-19)

13.03.2020

Aktualisiert: 03.03.2021

Hier finden Sie wichtige Informationen zur Coronapandemie in Schweden. Wir informieren über neue Regelungen und wie der schwedische Staat betroffene Unternehmen unterstützt. Unsere Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice und stehen Ihnen wie gewohnt per E-Mail sowie telefonisch zur Verfügung. Bei Fragen erreichen Sie unser Coronakrisenteam unter corona@handelskammer.se.

Bitte beachten Sie, dass sich unser Service ausschließlich an Unternehmen und Arbeitgeber richtet. Anfragen von Privatpersonen können leider nicht beantwortet werden. Bitte wenden Sie sich an die Deutsche Botschaft Stockholm.

Hier können Sie mehr zu den Regelungen in Deutschland lesen (auf Schwedisch).

Die schwedische Regierung informiert

Folgende Maßnahmen, die einer weiteren Verbreitung des Coronavirus entgegenwirken sollen, gelten in Schweden. Vom 10. Januar bis voraussichtlich 30. September 2021 gilt ein spezielles Pandemiegesetz, das vorübergend eingeführt wurde, um striktere Begrenzungen beschließen zu können. Ab dem 27. Januar 2021 drohen bei Missachtung der Verbote Bußgelder in Höhe von 2.000 SEK.

  • Seit dem 10. Januar 2021 sind private Zusammenkünfte von mehr als 8 Personen landesweit verboten.
  • Seit dem 24. November 2020 sind öffentliche Zusammenkünfte von mehr als 8 Personen landesweit verboten.
  • Viele kommunale Freizeiteinrichtungen (z. B. Museen und Schwimmhallen) sind landesweit geschlossen.
  • Die Bürgerinnen und Bürger sind dazu angehalten, Kontakte auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren und Menschenansammlungen zu meiden. Notwendige Besuche in Supermärkten und Apotheken sind hiervon ausgenommen.
  • In öffentlichen geschlossenen Räumen (z. B. Geschäfte, Einkaufszentren, Fitnessstudios, Sportstätten) muss seit dem 10. Januar 2021 sichergestellt werden, dass pro Person mindestens 10 Quadratmeter zur Verfügung stehen. In Stockholm gilt eine Maskenempfehlung für Innenräume, einschließlich Arbeitsplätze.
  • Seit dem 7. Januar gilt eine Maskenempfehlung im öffentlichen Personennahverkehr zu Stoßzeiten (7-9 und 16-18 Uhr). In Stockholm gilt diese Empfehlung seit dem 23. Februar 2021 jederzeit.
  • Ab dem 14. Februar 2021 wird auf Reisen in Zügen und Bussen im Fernverkehr (über 150 km) die Anzahl der Passagiere reduziert.
  • Es können lokale Restriktionen oder Verbote für Besuche in Altenheimen gelten.
  • Grundschulen sowie Kindergärten sind grundsätzlich geöffnet. An Gymnasien (ab Jahrgangsstufe 10) findet der Unterricht vom 7. Dezember 2020 bis 1. April 2021 hauptsächlich digital statt.
  • Universitäten und Hochschulen haben die Möglichkeit, physische Veranstaltungen anzubieten, allerdings wird empfohlen, online zu unterrichten.
  • Restaurants, Bars und Cafés sind geöffnet. Gäste dürfen nur an Tischen, nicht an der Bar bedient werden. Seit dem 24. Dezember 2020 dürfen maximal vier Gäste an einem Tisch sitzen und der Ausschank von Alkohol ist zwischen 20 Uhr und 11 Uhr untersagt. Ab 1. März müssen alle Lokale ab 20:30 Uhr schließen, Take-Away oder Lieferung von Essen ist auch danach noch möglich.
  • Ein Mindestabstand von 1,5 Metern soll eingehalten werden (in Restaurants: 1 Meter).

Bitte beachten Sie, dass in einigen Regionen strengere Restriktionen gelten können. Hier können Sie lesen, wie die Regierung Kommunen und Regionen dabei unterstützt, eine Verbreitung des Virus zu verhindern.

Deutsche in Schweden werden gebeten, die Webseite der Deutschen Botschaft Stockholm zu besuchen.

Ein- und Ausreise

  • Ab dem 6. Februar bis voraussichtlich 31. März ist eine Einreise nach Schweden nur mit einem maximal 48 Stunden alten negativen Coronatest möglich. Ausgenommen hiervon sind unter anderem schwedische Staatsbürger sowie Personen, die in Schweden leben. Der Test muss vor der Einreise gemacht werden. Eine Testung nach der Ankunft in Schweden ist nicht möglich. Hier finden Sie Informationen zu den Testanforderungen (Testtyp und Sprache).
  • Bis voraussichtlich 31. März gilt ein Einreiseverbot aus Dänemark, Großbritannien und Norwegen.
  • Das Einreiseverbot aus Drittstaaten nach Schweden wurde bis zum 31. März 2021 verlängert. Vom Verbot ausgenommen sind Personen, die wichtige Gründe für eine Einreise nach Schweden haben, wie zum Beispiel Diplomaten, Personen, die internationalen Schutz benötigen, EU-Bürger, Familienangehörige, Studierende, Personen, die in Schweden wichtige Funktionen erfüllen, wie Gesundheitspersonal oder Personen, die hochqualifizierte Tätigkeiten ausführen, bei denen eine Anwesenheit im Land notwendig ist, und Personen, die Waren nach Schweden transportieren.
  • Seit dem 21. Dezember 2020 gilt eine Reisewarnung für Großbritannien.
  • Seit dem 25. Januar 2021 gilt eine Reisewarnung für Norwegen.
  • Von nicht notwendigen Reisen in alle Länder außerhalb von EU/EES/Schengen und Großbritannien wird bis 15. April 2021 abgeraten.

Unterstützung für Unternehmen

Am 16. März 2020 hat die Regierung ein Krisenpaket zur Unterstützung von Unternehmen angekündigt, die von den Auswirkungen des Virus betroffen sind. Das Paket wird fortlaufend erweitert und kann je nach Entwicklung der Situation über 300 Milliarden SEK umfassen. Zur Pressemitteilung auf Englisch hier. Eine Übersicht über die staatlichen Maßnahmen auf Englisch finden Sie auf verksamt.se.

Die Unterstützung ist betriebsgrößenunabhängig und kann auch von Selbstständigen beantragt werden. Das Paket wurde aktualisiert und beinhaltet mittlerweile unter anderem:

  • Unterstützung von Kurzarbeit, wobei der Staat drei Viertel der Kosten übernimmt – verlängert bis 30. Juni 2021, ab April 2021 jedoch mit gesenkter Unterstützung (Details dazu hier).
  • Übernahme des Krankengeldes durch den Staat (Details dazu hier)
  • Stärkung der Liquidität durch aufgeschobene Steuerzahlungen – verlängert bis 30. Juni 2021 (Details dazu hier)
  • erweiterter Kreditgarantierahmen für Exportunternehmen und Seefahrt von 200 Milliarden SEK, darüber hinaus verbesserte Möglichkeiten der Kreditaufnahme für Exportunternehmen jeglicher Größe und deren Subunternehmer, Absicherung für Kredite von Logistikunternehmen sowie Kapitalzuschuss von 3 Milliarden SEK für kleine und mittlere Unternehmen (mehr Informationen auf Schwedisch hier)

Zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen hat die Regierung am 25. März 2020 die Einführung staatlicher Kreditgarantien vorgeschlagen. Dieser Vorschlag beinhaltet:

  • 70 Prozent der neuen Kredite der Banken sollen Unternehmen vorbehalten sein, die aufgrund der Folgen des Coronavirus finanzielle Schwierigkeiten haben, ansonsten aber rentabel sind.
  • Unter bestimmten Bedingungen vorübergehende Kürzung der Arbeitgeberbeiträge und Selbstbehalte, womit pro Arbeitnehmer und Monat bis zu 5 300 SEK eingespart werden können.
  • Zeitweise um die Hälfte gesenkte Mietkosten für besonders betroffene Branchen wie Hotellerie, Gastronomie, nicht lebensnotwendiger Einzelhandel.
  • Vorübergehende Steuerreduktion für einzelne Gewerbetreibende und natürliche Personen, die Teileigner schwedischer Handelsunternehmen sind. 100 Prozent des steuerpflichtigen Gewinns für 2019 können für Rückstellungsfonds (periodiseringsfond) bis zu einer Obergrenze von 1 Mio. SEK abgesetzt und mit möglichen künftigen Verlusten verrechnet werden.

Am 30. April 2020 wurde ein weiteres Maßnahmenpaket präsentiert, das Unternehmen darin unterstützen soll, die Krise zu überbrücken und ggf. den Betrieb umzustellen. Das Paket umfasst insgesamt 39 Milliarden SEK.

  • Voraussetzung ist ein Umsatz von mindestens 250 000 SEK und ein Umsatzverlust von mindestens 30 Prozent im März und April 2020, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.
  • Die Höhe der Unterstützung hängt von der Höhe des Umsatzverlustes ab und liegt zwischen 22,5 und 75 Prozent der Fixkosten ohne Gehälter für März und April 2020.
  • Die maximale Unterstützung je Unternehmen liegt bei 150 Mio. SEK.

Dieses Hilfspaket wurde am 7. September 2020 um drei Monate verlängert:

  • Voraussetzung für die Bewilligung für Mai 2020 ist ein Umsatzverlust von mehr als 40 Prozent, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.
  • Voraussetzung für die Bewilligung für Juni und Juli 2020 ist ein Umsatzverlust von mehr als 50 Prozent, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.
  • Die Höhe der Unterstützung beträgt 75 Prozent des prozentualen Umsatzverlustes, der sich aus den Fixkosten des Unternehmens für Mai bis Juli 2020 ergibt.
  • Die maximale Unterstützung je Unternehmen liegt für Mai bei 75 Mio. SEK und für Juni und Juli 2020 bei maximal 150 Mio. SEK.

Am 20. November 2020 wurde eine weitere Verlängerung bis Ende 2020 beschlossen.

Am 1. Mai 2020 wurden zudem Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups erhöht.

Am 21. September 2020 hat die schwedische Regierung den Haushaltsentwurf für 2021 vorgestellt. Dieser beinhaltet unter anderem ein Hilfspaket für Unternehmen in Höhe von 105 Milliarden SEK, das zur Erholung der Wirtschaft beitragen soll und Nachhaltigkeit im Fokus hat.

Die schwedische Gesundheitsbehörde informiert

Stets aktuelle Informationen über das Coronavirus gibt es bei der schwedischen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten. Wenn Sie Symptome bei sich wahrnehmen und sich in Schweden befinden, rufen Sie den Gesundheitsservice unter 11 77 an. Allgemeine Informationen zum Virus erhalten Sie unter der Nummer 113 13 (aus dem Ausland unter +46 77 33 113 13).

Die Deutsch-Schwedische Handelskammer informiert

Unsere Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice und stehen Ihnen wie gewohnt per E-Mail und telefonisch zur Verfügung.

Als Mitglied können Sie sich immer an unsere Mitgliederabteilung wenden.

Bei arbeitsrechtlichen Fragen zu den Regeln für Ihre Angestellten in Schweden kontaktieren Sie gerne unsere Rechtsabteilung.

Prof. Hubert Fromlet, Senior Advisor der Deutsch-Schwedischen Handelskammer, berichtet regelmäßig über die Auswirkungen des Coronavirus auf die schwedische Wirtschaft.

Weitere Tipps

Bei The Local und Radio Sweden finden Sie aktuelle Nachrichten aus Schweden auf Englisch.

Weitere Informationen zur Lage in Schweden und zum Wirtschaftsumfeld stellt Germany Trade & Invest bereit, beispielweise zu folgenden Themen:

Vielen Dank für Ihre Mithilfe, eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern!

Ihr Team von der Deutsch-Schwedischen Handelskammer

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