Stockholm und Favros Geschäftsführer Patrik Palm.

Favro-Geschäftsführer Patric Palm.

Foto: Unsplash/Favro

Containerschiff vor Hamburgs Hafen. Text: #WirtschaftLebt; Unsere Mitglieder berichten; eine Kampagne der Deutsch-Schwedischen Handelskammer

#WirtschaftLebt – Favro: „Ein Zustrom von Neukunden“

13.05.2020

Favro hat während der Krise eine erhöhte Nachfrage nach seiner Online-Plattform für agile Zusammenarbeit festgestellt. Die Mitarbeiter werden ermuntert, sich viel zu bewegen und Zeit in der Natur zu verbringen. Außerdem stellt ihnen das Unternehmen eine Reihe von Online-Aktivitäten bereit, um das Teamgefühl auch im Homeoffice aufrecht zu erhalten.

Das Produkt Favro wurde 2016 gelauncht und ist ein Cloud-Service für Planung, Dokumentation und agile Organisation der Arbeit in allen Arten von Teams, sei es innerhalb der Produktentwicklung oder im Marketing. Heute hat Favro weltweit über 1.400 zahlende Kunden – von Start-ups bis hin zu großen Konzernen. Das Unternehmen wurde von den Serienunternehmern Hans Dahlström, Erik Olofsson und Patric Palm, heute Geschäftsführer von Favro, in Uppsala gegründet.

Zu den Finanziers zählen Creandum und Hasso Plattner Ventures. Hasso Plattner ist Mitbegründer von SAP und heute Vorsitzender des Aufsichtsrats. Favro beschäftigt 22 Mitarbeiter in Schweden, Vietnam und der Ukraine. Auf dem US-Markt arbeitet Favro mit einem Partner zusammen, der große Unternehmen im Bereich agile Transformation unterstützt.

Deutsch-Schwedische Handelskammer: Wie geht es Favro?

Patric Palm, Geschäftsführer: Die Aktivität auf unserer Plattform hat klar zugenommen. Wir verzeichnen zudem einen größeren Zustrom neuer Kunden, die jetzt von zu Hause aus arbeiten. Auch viele Bestandskunden haben von sich hören lassen und berichtet, wie sie mithilfe von Favro die Produktivität aufrechterhalten und so die Krise besser bewältigen können. Das ist natürlich sehr erfreulich für uns. Es war schon vorher ein Trend, im gesamten Unternehmen und nicht nur innerhalb der Produktentwicklung, agil und räumlich verteilt zu arbeiten. Diese Krise hat den Wandel beschleunigt. Gleichzeitig sind wir demütig, dass wir und unsere Kunden das Privileg haben, überhaupt von zu Hause aus arbeiten zu können.

Wie passen Sie Ihr Unternehmen an die eventuell länger anhaltende Krise an?

Alle Mitarbeiter arbeiten jetzt von zu Hause aus. Deshalb sorgen wir dafür, unser Zusammengehörigkeitsgefühl online zu schaffen. Anstatt des Afterworks, das normalerweise jeden Freitag stattfindet, haben wir nun ein Spiele-Afterwork online eingeführt. Außerdem bekommen unsere Mitarbeiter Obstkörbe nach Hause geschickt, wir haben Favro-Hintergründe für Zoom-Meetings eingerichtet und wir planen, Gastdozenten zu unseren freitäglichen Online-Meetings einzuladen. Uns ist es auch wichtig, dass alle Mitarbeiter genug frische Luft bekommen und sich ausreichend bewegen. Daher fordern wir sie dazu auf, Fotos von der Natur zu machen, die wir in unseren sozialen Medien veröffentlichen, sowie jeden Tag eine bestimmte Anzahl von Schritten zu gehen, die wir natürlich in unseren eigenen Favro eingeben.

„Sehen Sie die Krise nicht als etwas an, das Sie ertragen müssen, sondern lernen Sie daraus und treten Sie als stärkere Organisation hervor.“

Welche Tipps möchten Sie mit dem Netzwerk teilen?

Sehen Sie die Krise nicht als etwas an, das Sie ertragen müssen, sondern lernen Sie daraus und treten Sie als stärkere Organisation hervor. Als Führungskraft haben Sie jetzt die Möglichkeit, das eigenständige Arbeiten von Team und Mitarbeitern durch bestimmte Zielvorgaben zu fördern. Bei der Formulierung dieser Ziele, die auch in Favro eingegeben werden können, ist es noch wichtiger, den Zweck und die Messung des Erfolgs zu definieren. Für effektive Videokonferenzen habe ich zwei Tipps: Stellen Sie zunächst sicher, dass das Ziel und die gewünschten Ergebnisse des Meetings in der Einladung klar angegeben sind. Gerade introvertierte Menschen möchten etwas Zeit zur Vorbereitung haben. Seien Sie während des Meetings ein aktiver Moderator und stellen Sie sicher, dass alle eingebunden werden. Fassen Sie das Meeting zusammen, indem Sie die nächsten Schritte live (auf sogenannten Favro-Karten) notieren, damit jeder weiß, was er zu tun hat.

 

In unserer Serie #WirtschaftLebt berichten unsere Mitglieder, wie sie die aktuelle Coronakrise erleben und welche Erfahrungen, Tipps und Erkenntnisse sie mit dem Netzwerk teilen möchten.