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Immer mehr Schweden bestellen bei ausländischen Online-Händlern

12.08.2015

Bereits heute kaufen viele schwedische Online-Shopper in ausländischen Internetstores ein und in den kommenden Jahren dürfte ihre Zahl noch deutlich ansteigen. Ein größeres Angebot, niedrigere Preise und kundenfreundliche Lieferbedingungen regen zum Sprung über die virtuellen Grenzen an. Deutschen Online-Händlern bieten sich dabei gute Chancen, den wachsenden Markt zu erobern.

50 Milliarden Schwedische Kronen (gut 5,3 Milliarden Euro) Jahresumsatz – dieser neue Rekordwert wird im laufenden Jahr für den gesamten schwedischen Online-Handel erwartet. Sollte sich die Prognose des von der schwedischen Post, der Branchenorganisation Svensk Digital Handel und dem Forschungsinstitut des Einzelhandels HUI Research herausgegebenen „E-Barometers“ bewahrheiten, entspräche dies einem Wachstum von 16 Prozent im Vergleich zu 2014.

Im ersten Quartal dieses Jahres lag die Zuwachsrate bereits bei 19 Prozent. Drei von vier Konsumenten haben in diesem Zeitraum im Internet eingekauft. Die Schweden shoppen also so viel online wie nie zuvor. Besonders beliebte Bestellwaren sind Bücher, DVDs und andere Medien, Kleidung und Schuhe, Beauty-Produkte sowie Unterhaltungselektronik.

Mehr als jeder Zweite ist Auslandskäufer

Ein beträchtlicher Teil der Einkäufe wird dabei in Internetstores mit Sitz außerhalb Schwedens getätigt. Laut einer Umfrage des Finanzdienstleisters Paypal aus dem vergangenen Herbst hatten 57 Prozent der schwedischen Online-Kunden im vorangegangenen Jahr bei ausländischen E-Commerce-Unternehmen bestellt. Allein im ersten Quartal 2015 waren es 40 Prozent, verrät das E-Barometer.

Insgesamt wird etwa jedes fünfte von einem Online-Händler an einen schwedischen Adressaten verschickte Paket im Ausland auf den Weg gebracht. Dabei steht Mode ganz oben auf den Bestelllisten der Schweden. 28 Prozent der Online-Shopper haben in den ersten drei Monaten dieses Jahres Kleidung oder Schuhe im Ausland gekauft. Dahinter folgen mit großem Abstand Unterhaltungs- und Bildungsmedien (14 Prozent), Unterhaltungselektronik (14 Prozent), Sport- und Freizeitartikel (13 Prozent) sowie Schönheits- und Gesundheitsprodukte (10 Prozent).

Hauptgründe für einen Einkauf außerhalb des eigenen Landes sind, ähnlich wie bei deutschen Verbrauchern, das größere Angebot an Produkten und Marken sowie die teilweise deutlich niedrigeren Preise. Die Paypal-Studie deutet zudem darauf hin, dass auch Faktoren wie Lieferkosten, sichere Zahlungsalternativen und sprachlich angepasste Websites für viele User mitentscheidend sind. Darüber hinaus spielen Alter und Erfahrungsgrad eine Rolle. Junge Konsumenten, die oft im Internet bestellen, sind unter den schwedischen Auslandskäufern deutlich überrepräsentiert.

Deutsche Webshops beliebt

Deutsche Online-Händler gehören in Schweden mit zu den beliebtesten. Marktführer in Sachen Auslandskauf ist zwar der globale E-Commerce-Champion Großbritannien, aber auf den Plätzen 2 bis 4 liegen Deutschland, die USA und China eng beieinander. Jedes Quartal bestellt etwa jeder vierte bis fünfte schwedische Internet-Shopper Waren auf deutschen Websites.

Angesichts des prognostizierten Wachstums des gesamten Online-Marktes und einer zunehmenden Bereitschaft der Konsumenten, auch außerhalb Schwedens auf Shoppingtour zu gehen, bieten sich für deutsche Unternehmen gute Wachstumschancen. Immerhin wollen laut Paypal-Umfrage 22 Prozent der Schweden im Laufe des kommenden Jahres mehr als bisher im Ausland einkaufen und weitere 6 Prozent damit beginnen.

Gute Erfolgschancen für deutsche Händler

Deutsche Händler genießen hierzulande einen guten Ruf und stehen für Qualität und ein vorteilhaftes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die geografische Nähe, die vergleichsweise schnelle und kosteneffektive Lieferungen möglich macht, und die generelle schwedische Offenheit für neue Produkte und innovative Konzepte sind weitere Faktoren, die einer erfolgreichen Expansion nach Norden dienlich sein dürften.

„Da der Markt außerdem vergleichsweise klein ist, eignet er sich besonders gut für kleine und mittelständische Unternehmen, die mit begrenzten Ressourcen den Sprung ins Ausland wagen wollen. Auch was die rechtlichen Rahmenbedingungen angeht, lässt sich Schweden im Vergleich zu Deutschland leichter erobern. Dennoch gilt: Vor dem Markteintritt sollte man als Unternehmen seine Hausaufgaben gemacht haben. Schweden sind kritische und nicht immer sehr treue Kunden und die globale Konkurrenz schläft nicht“, erklärt Timo Kabus, Ansprechpartner Online-Handel in der Abteilung Market Entry & Business Development der Deutsch-Schwedischen Handelskammer.

 

Planen Sie und Ihr Unternehmen den Sprung nach Schweden? Sind Sie bereits im Norden aktiv, aber wollen Ihre Erfolgschancen erhöhen? Wir helfen Ihnen gerne bei den nächsten Schritten. Kontaktieren Sie Katrin Kraus zum Thema Markteinstieg und Geschäftsentwicklung oder unseren Bereich Recht bei rechtlichen Fragen.

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