Das Seminar der Deutsch-Schwedischen Handelskammer, das gemeinsam mit der Handwerkskammer für München und Oberbayern und Volvo Construction Equipment organisiert wird, basiert auf einem bahnbrechenden Pilotprojekt in Erlangen, bei dem der weltweit erste vollständig elektrische Rückbau durchgeführt wurde.
Siemens und Volvo CE haben gemeinsam mit Metzner Recycling und weiteren Partnern den emissionsfreien Rückbau von zwei Gebäuden mit einer Gesamtfläche von 3.300 m² erfolgreich umgesetzt – mit einer Wiederverwertungsquote von 96 Prozent. Die Entwicklung nachhaltiger Bauprozesse aus einer ganzheitlichen Perspektive ist ein entscheidendes Puzzlestück für die laufende Transformation der Industrie – und Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg.
Das Projekt ist Teil des neuen Technologie-Campus von Siemens, der nach einem Netto-Null-Konzept errichtet wird – mit grünem Strom, digitalen Zwillingen und elektrischen Maschinen von Volvo CE. Das Ergebnis: weniger Emissionen und Lärm sowie eine gesteigerte Effizienz und Wiederverwendung von Materialien.
Stockholm weist den Weg mit Testgelände
In Stockholm haben Volvo CE, Skanska und Swecon ein vergleichbares Projekt im Schlachthofviertel (Slakthusområdet) durchgeführt. Hier wurde der Elektrifizierungsgrad der Baustelle von 10 auf 50 Prozent gesteigert, was bereits in der ersten Phase zu einer Reduktion von 2.759 Tonnen CO₂-Emissionen führte.
Das Projekt wurde mit dem Preis „Sustainable Construction Project of the Year“ ausgezeichnet und zeigt, wie fossilfreie Vergabekriterien Innovationen fördern können. In der nächsten Phase sollen die Emissionen auf unter 3,5 Tonnen CO₂ pro Million SEK Umsatz sinken – im Vergleich zu 11–29 Tonnen in ähnlichen Projekten. Das Projekt wird durch erneuerbaren Diesel und klimareduzierten Beton vollständig fossilfrei realisiert. Mithilfe von Klimabilanzen wird überprüft, ob die Ziele auch tatsächlich erreicht werden.
Wie Schweden am Netto-Null-Ziel in der Industrie arbeitet
Schweden verfolgt ein nationales Ziel, bis spätestens 2045 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. In der Industrie wird der Wandel durch das Innovationsprogramm „Net Zero Industry“ vorangetrieben – Teil der nationalen Initiative „Impact Innovation“. Initiatoren und Förderer sind Vinnova, die Energiebehörde und Formas, Träger des Programms sind Teknikföretagen und RISE. Das Ziel ist eine wettbewerbsfähige und resiliente schwedische Fertigungsindustrie mit Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2040 – zum Beispiel in den Bereichen Fahrzeugbau, Maschinenbau, Energie, Elektronik und Verteidigung. Das Programm ist industriegetrieben und langfristig angelegt.