Karl-Johann Gaverus will einen Stablecoin für die Schwedische Krone einführen. Hinter sich hat Gaverus mit AllUnity ein deutsches Fintech, das sich in Heimatmarkt bereits etabliert hat.
21. Mai 2026
Den Stablecoin nach Schweden bringen
25 Mai, 2026
Karl-Johann Gaverus will einen Stablecoin für die Schwedische Krone einführen. Hinter sich hat Gaverus mit AllUnity ein deutsches Fintech, das sich in Heimatmarkt bereits etabliert hat.
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Karl-Johan Gaverus will für AllUnity den ersten schwedischen Stablecoin auf den Markt bringen.
Karl-Johan Gaverus kaufte seinen ersten Bitcoin 2012 - für damals knapp 20 US-Dollar. Heute liegt der Wert zu Spitzenzeiten bei über 120.000 Dollar. „Kryptos haben mich immer schon interessiert, auch wenn ich zuerst skeptisch war, wozu sie gut sein könnten“, sagt Gaverus dazu. Seine anfängliche Karriere hatte wenig damit zu tun, er begann nach dem Studium bei Scandinavian Airlines, wechselte zu Klarna, doch die Krypto-Faszination ließ ihn nicht los. Sie wuchs vielmehr, als die sogenannten Stablecoins, also an eine Fiat-Währung (von einer Zentralbank geschaffene Währung) gebundene Kryptowährung, während der Pandemie an Popularität gewannen.
Gaverus interessierten Stalecoins vor allem, weil sie sich zwar der Blockchain-Technologie bedienen, aber nicht so volatil sind wie andere Kryptowährungen, und doch ermöglichen sie ein sogenanntes Instant Payment, also eine Überweisung in Sekunden. Dieses Instant Payment wiederum bekommt kritische wie auch befürwortende Stimmen, für Gaverus aber ist unbestritten, dass es sich mittelfristig durchsetzen wird.
Es gibt auf dem Markt einige Unternehmen, die versuchen Stablecoins für europäische Währungen zu etablieren. Jenes, für das Karl-Johan Gaverus unterwegs ist, heißt AllUnity. Es lancierte im Sommer 2025 mit dem EURAU einen Stablecoin für den Euro, der via der Kryptowährung Ethereum bereits verfügbar ist. Die wohl größte Hürde dabei war das „Go“ der BaFin-Behörde zu bekommen, was jedoch gelang, und AllUnity nun den restlichen europäischen Markt öffnet.
Nach dem Vorbild im deutschen Heimatmarkt etabliert Gaverus nun für die nordischen Länder ebenfalls einen Stablecoin. Und er beginnt mit Schweden: weil die Schwedenkrone nicht an den Euro gekoppelt ist, anders als etwa die Dänische Krone, weil Schweden Teil der EU ist – anders als etwa Norwegen – und weil es einen genug großen Markt bietet – anders als etwa Island.
Damit Gaverus den schwedischen Markt für sich erschließen kann, sagt er, brauche es drei Bausteine: Das Okay der Finanzaufsichtsbehörde, eine schwedische Partnerbank und das Wissen, dass es in Schweden Unternehmen gibt, die Stablecoins offen gegenüberstehen. Wirklich besorgt, ob das alles klappt, wirkt er nicht: „Da wir die deutsche Bafin-Bewilligung bereits haben, sehe ich keinen Grund, warum es in Schweden nicht klappen sollte“. Mit Banken ist er im Gespräch, und Unternehmen, die interessiert sind, hofft er auch bald zu finden. Am 20. Mai schließlich brachte AllUnity den Namen des Coins in die Öffentlichkeit: Der SEKAU soll der weltweit erste, vollständig gedeckte, und MiCAR-konforme Stablecoin auf Basis der schwedischen Krone sein.
Dass es für einen Stablecoin in Schweden einen noch offenen Markt gibt, zeigt auch ein Gespräch mit d-fine-Partner und Leiter des Stockholmer Büros Markus Seifert: „Wenn wir nach Deutschland schauen, sehen wir einen deutlichen Vorsprung, wo Banken, Börsen und Fintech-Unternehmen Abteilungen für digitale Vermögenswerte eingerichtet, Fachkompetenz rekrutiert und blockchainbasierte Dienstleistungen für ihre Kunden entwickelt haben. In Schweden hingegen blieben viele Initiativen in Pilotprojekten stecken.“
Seifert sagt aber auch, dass das Interesse bei schwedischen Banken in letzter Zeit stark gestiegen ist, wie die zahlreiche Teilnahme schwedischer Banken an dem Euro-Stablecoin-Konsortium Qivalis zeigt. „Dem Thema wird mehr und mehr die notwendige strategische Bedeutung beigemessen, die es auch verdient“, sagt Seifert weiter.
Seit dem Antritt der Trump-Regierung geht vor allem die USA mit schnellem Tempo voran, wenn es um die Etablierung von Stablecoins geht. Der sogenannte Genius Act, der im Sommer 2025 in Kraft trat, bereitete für US-Dollar-Stablecoins schon einmal eine Vereinfachung der Richtlinien vor.
Damit geht auch eine gesellschaftliche Diskussion einher: die Frage, wer sich um die an Fiat-Geld gekoppelte Währungen kümmern soll. Wenn Staaten das übernehmen, spricht man von einer sogenanntem Central Bank Digital Currency, kurz CBDC. Betrifft dieser CBDC Unternehmenstransaktionen, lautet die Bezeichnung Wholesale-CBDC, handelt es sich um Geld, das im Alltag benutzt werden soll, spricht man von einem Retail-CBDC. Zu beidem hat Gaverus eine klare Meinung: „Dass die Zentralbanken Stablecoins akzeptieren, ist für mich ein deutliches Zeichen dafür, dass sie Teil der Zukunft sein werden.“ Doch nicht nur die Zentralbanken sind in das Rennen eingestiegen, auch diverse andere Banken haben sich dem angenommen. In Schweden betrifft das etwa ein Konsortium aus neun Banken mit dem Ziel im ersten Quartal von 2027 einen Stablecoin nutzen zu können.
Auch wenn noch offen ist, in welcher Form, von welchem Issuer, und mit welcher Fiat Währung es ein Stablecoin auf den schwedischen Markt schaffen wird, scheint doch klar, dass das Rennen bereits gestartet ist.
Webredakteur
Anton Beck