Der Handel zwischen Schweden und Deutschland ist seit der Hansezeit intensiv und hat das Wachstum und die wirtschaftliche Entwicklung beider Länder vorangetrieben. Heute ist Deutschland Schwedens wichtigster internationaler Handelspartner.
Mehr als zehn Prozent aller Waren, die Schweden jährlich exportiert, gehen nach Deutschland. Damit ist Deutschland Schwedens wichtigster Exportmarkt. Nach Angaben der schwedischen Statistikbehörde SCB belief sich der schwedische Warenexport nach Deutschland im Jahr 2025 auf rund 18,5 Milliarden Euro (204,8 Milliarden schwedische Kronen).
Gleichzeitig belegt Schweden Platz 20 unter den größten Lieferländern Deutschlands. 16 Prozent aller nach Schweden importierten Waren stammen aus Deutschland, womit Deutschland das mit Abstand wichtigste Lieferland Schwedens ist. Der schwedische Warenimport aus Deutschland erreichte 2025 ein Volumen von rund 28,6 Milliarden Euro (316,3 Milliarden schwedischen Kronen). Das gesamte bilaterale Warenhandelsvolumen zwischen Deutschland und Schweden belief sich damit auf 47,1 Milliarden Euro, was einem Rückgang von etwa 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Die Grundlage dieser engen Handelsbeziehungen bildet die starke und in vielen Bereichen komplementäre verarbeitende Industrie beider Länder. Deutsche und schwedische Unternehmen stehen sowohl im Wettbewerb zueinander als auch in enger Partnerschaft. Zahlreiche Waren werden grenzüberschreitend gehandelt, weiterverarbeitet und als Bestandteil anderer Produkte erneut exportiert oder importiert.
Zu den wichtigsten schwedischen Exportgütern nach Deutschland zählen Papier und Zellstoff, Maschinen und Anlagen, Pharmazeutika, Kraftfahrzeuge, Metalle sowie chemische Erzeugnisse. Im Gegenzug importiert Schweden vor allem Maschinen, Fahrzeuge und Fahrzeugkomponenten, chemische Produkte sowie Elektronik aus Deutschland. Besonders Lebensmittel und pharmazeutische Erzeugnisse haben in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen.
Dienstleistungshandel gewinnt weiter an Bedeutung
Auch der deutsch‑schwedische Dienstleistungshandel entwickelt sich dynamisch. Im Jahr 2025 erreichte das bilaterale Dienstleistungshandelsvolumen ein Gesamtvolumen von rund 18,1 Milliarden Euro (200 Milliarden schwedischen Kronen), was einem Anstieg von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Davon entfielen 9,5 Milliarden Euro auf den schwedischen Import von Dienstleistungen aus Deutschland und 8.6 Milliarden Euro auf den schwedischen Export von Dienstleistungen nach Deutschland. (Quelle: SCB)
Schwedische Unternehmen in Deutschland
Im Jahr 2025 waren 909 schwedische Unternehmen in Deutschland aktiv und beschäftigten insgesamt 197.000 Mitarbeitende. Der Gesamtumsatz dieser Unternehmen belief sich auf rund 174 Milliarden Euro (Quelle: Destatis, EU‑FATS‑Methodik 2023).
In den vergangenen Jahren waren es besonders schwedische IKT-Unternehmen, die den Weg nach Deutschland fanden – sie machten zwischen 2019 und 2023 fast ein Drittel aller schwedischen Investitionen aus. Nach Tätigkeitsbereich dominierten Projekte in Vertrieb, Marketing, Aftermarket und Handel (zwei von drei Investitionen). Produktion sowie Forschung & Entwicklung machten zusammen lediglich knapp ein Zehntel der Investitionen aus.
Berlin als Hotspot
Mehr als die Hälfte der schwedischen Investoren befinden sich in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Die deutsche Hauptstadt hat in den vergangenen Jahren von ihrem Ruf als Startup-Hotspot profitiert und viele junge Unternehmen angezogen.
Die größten schwedischen Investitionen finden sich allerdings in Hamburg, Sachsen, Bremen und Baden-Württemberg – dort liegt die durchschnittliche Beschäftigtenzahl pro schwedischer Niederlassung bei über 100 Mitarbeitenden.
Die größten schwedischen Investoren in Deutschland sind: Vattenfall, Electrolux, Ikea, H&M, SKF und SEB (Quelle: GTAI).
Deutsche Unternehmen in Schweden
In Schweden waren 2025 insgesamt 770 deutsche Unternehmen tätig, die über 92.000 Beschäftigte zählten (Quelle: Tillväxtanalys 2025). Die meisten dieser Unternehmen sind in den Metropolregionen Stockholm, Göteborg und Malmö ansässig.
Die größten deutschen Investoren sind: Eon, Volkswagen Group, Siemens Energy, Mercedes, DHL, Lidl, BMW, Uniper, Bosch und Siemens.
Der starke Konsum in Schweden hat dazu geführt, dass sich viele deutsche Einzelhandelsketten etabliert haben – darunter Lidl, Hornbach und Bauhaus. Große Infrastrukturprojekte in Stockholm und anderen Regionen haben zudem deutsche Bauunternehmen wie Hochtief, Bilfinger Berger, Strabag und Züblin angezogen.
Sicherheit und Verteidigung als Wachstumsmotor
In jüngster Zeit entscheiden sich zunehmend deutsche und schwedische Unternehmen für eine Markterschließung im jeweils anderen Land, getrieben durch umfangreiche Investitionen in Verteidigung und Sicherheit.
Bevölkerungsbewegungen
Auch viele Privatpersonen haben den Schritt auf die jeweils andere Seite der Ostsee gewagt: Laut Eurostat lebten 2021 mehr als 29.500 deutsche Staatsbürger in Schweden und fast 19.000 schwedische Staatsbürger in Deutschland.
Handel mit langer Geschichte
Bereits in der Wikingerzeit (8.–10. Jahrhundert) hatte Schweden regen Handel Richtung Osten. Als dieser zurückging, entstand ein größerer Bedarf an neuen Kontakten. Deutsche Kaufleute und Bergleute ließen sich bereits im frühen Mittelalter in schwedischen Städten und Bergbauregionen nieder, was sowohl wirtschaftlichen als auch kulturellen Austausch förderte. Sie brachten neue Technologien in Bergwerken und Schmelzhütten ein und trugen zur Exportwirtschaft von Eisen und Kupfer bei. Sprachliche und kulturelle Einflüsse aus dem Deutschen prägten Schweden schon lange vor der großen Hansezeit.
Der Handel zwischen Schweden und Deutschland ist auch in der Hansezeit dokumentiert, die sich im 12. Jahrhundert entwickelte und ab dem 13. Jahrhundert dominierte. Schweden und Deutschland knüpften starke wirtschaftliche Verbindungen über Privilegien wie Zoll- und Steuerfreiheit in schwedischen Häfen, die Birger Jarl den Lübecker Kaufleuten um 1250 gewährte. Dies legte den Grundstein für einen intensiven mittelalterlichen Handel.
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Bilaterale Handelskammer
Die Deutsch-Schwedische Handelskammer ist die offizielle Vertretung der deutschen Standortförderungsagentur Germany Trade & Invest in Schweden. Zudem sind wir Teil von Team Sweden für Deutschland, einer ausgewählten Gruppe schwedischer Behörden und Organisationen, die schwedische Unternehmen bei der Internationalisierung unterstützt.