Informationen für Mitglieder und Kunden zum Coronavirus (Covid-19)

03.07.2020

Aktualisiert: 03.07.2020, veröffentlicht: 13.03.2020

Hier finden Sie wichtige Informationen zum Coronavirus (Covid-19) in Schweden. Wir informieren über neue Regelungen und wie der schwedische Staat betroffene Unternehmen unterstützt. Unsere Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice und stehen Ihnen wie gewohnt per E-Mail sowie telefonisch zur Verfügung. Bei Fragen erreichen Sie unser Coronakrisenteam unter corona@handelskammer.se.

Die schwedische Regierung informiert

Folgende Maßnahmen, die einer weiteren Verbreitung des Coronavirus entgegenwirken sollen, gelten in Schweden:

  • Es gilt ein Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern.
  • Es gilt ein Verbot für Besuche in Altenheimen.
  • Universitäten, Hochschulen und der Oberstufe an Gymnasien wird empfohlen, online zu unterrichten.
  • Grund- und Vorschulen sowie Kindergärten sind grundsätzlich geöffnet.
  • Restaurants, Bars und Cafés sind geöffnet. Gäste dürfen nur an Tischen, nicht aber an der Bar bedient werden.
  • Ein Mindestabstand von 1,5 Metern soll eingehalten werden (in Restaurants: 1 Meter).

Hier können Sie lesen, wie die Regierung Kommunen und Regionen dabei unterstützt, eine Verbreitung des Virus zu verhindern.

Deutsche in Schweden werden gebeten, die Webseite der Deutschen Botschaft Stockholm zu besuchen.

Ein- und Ausreise

  • Eine Einreise für schwedische Staatsbürger und Bürger eines EU-/EES-Landes sowie der Schweiz und Personen, die in Schweden leben, ist jederzeit möglich.
  • Noch bis zum 7. Juli gilt ein Einreiseverbot aus Drittstaaten nach Schweden. Davon ausgenommen sind Personen, die wichtige Gründe für eine Einreise nach Schweden haben, wie zum Beispiel Diplomaten, Personen, die internationalen Schutz benötigen, und Personen, die in Schweden wichtige Funktionen erfüllen, wie Gesundheitspersonal und Personen, die Waren nach Schweden transportieren.
  • Am 30. Juni wurde die Reisewarnung der schwedischen Regierung für alle nicht notwendigen Reisen in folgende Länder aufgehoben: Belgien, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Kroatien, Luxemburg, Portugal, Schweiz und Spanien.
  • Für alle übrigens Länder innerhalb von EU/EES/Schengen gilt die Reisewarnung noch bis zum 15. Juli.
  • Von nicht notwendige Reisen in alle anderen Länder außerhalb von EU/EES/Schengen wird noch bis 31. August abgeraten.
  • Von Reisen innerhalb des Landes wird nicht mehr abgeraten.

Unterstützung für Unternehmen

Am 16. März hat die Regierung ein Krisenpaket zur Unterstützung von Unternehmen angekündigt, die von den Auswirkungen des Virus betroffen sind. Das Paket wird fortlaufend erweitert und kann je nach Entwicklung der Situation über 300 Milliarden SEK umfassen. Zur Pressemitteilung auf Englisch hier. Eine Übersicht über die staatlichen Maßnahmen auf Englisch finden Sie auf verksamt.se.

Die Unterstützung ist betriebsgrößenunabhängig und kann auch von Selbstständigen beantragt werden. Das Paket wurde aktualisiert und beinhaltet mittlerweile unter anderem:

  • Unterstützung von Kurzarbeit, wobei der Staat drei Viertel der Kosten übernimmt (Details dazu hier).
  • Übernahme des Krankengeldes durch den Staat für zwei Monate (Details dazu hier)
  • Stärkung der Liquidität durch aufgeschobene Steuerzahlungen (Details dazu hier)
  • erweiterter Kreditgarantierahmen für Exportunternehmen und Seefahrt von 200 Milliarden SEK, darüber hinaus verbesserte Möglichkeiten der Kreditaufnahme für Exportunternehmen jeglicher Größe und deren Subunternehmer, Absicherung für Kredite von Logistikunternehmen sowie Kapitalzuschuss von 3 Milliarden SEK für kleine und mittlere Unternehmen (mehr Informationen auf Schwedisch hier)

Zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen hat die Regierung am 25. März die Einführung staatlicher Kreditgarantien vorgeschlagen. Dieser Vorschlag beinhaltet:

  • 70 Prozent der neuen Kredite der Banken sollen Unternehmen vorbehalten sein, die aufgrund der Folgen des Coronavirus finanzielle Schwierigkeiten haben, ansonsten aber rentabel sind.
  • Unter bestimmten Bedingungen vorübergehende Kürzung der Arbeitgeberbeiträge und Selbstbehalte, womit pro Arbeitnehmer und Monat bis zu 5 300 SEK eingespart werden können.
  • Zeitweise um die Hälfte gesenkte Mietkosten für besonders betroffene Branchen wie Hotellerie, Gastronomie, nicht lebensnotwendiger Einzelhandel.
  • Vorübergehende Steuerreduktion für einzelne Gewerbetreibende und natürliche Personen, die Teileigner schwedischer Handelsunternehmen sind. 100 Prozent des steuerpflichtigen Gewinns für 2019 können für Rückstellungsfonds (periodiseringsfond) bis zu einer Obergrenze von 1 Mio. SEK abgesetzt und mit möglichen künftigen Verlusten verrechnet werden.

Am 30. April wurde ein weiteres Maßnahmenpaket präsentiert, das Unternehmen darin unterstützen soll, die Krise zu überbrücken und ggf. den Betrieb umzustellen. Das Paket umfasst insgesamt 39 Milliarden SEK.

  • Voraussetzung ist ein Umsatz von mindestens 250 000 SEK und ein Umsatzverlust von mindestens 30 Prozent im März und April 2020, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.
  • Die Höhe der Unterstützung hängt von der Höhe des Umsatzverlustes ab und liegt zwischen 22,5 und 75 Prozent der Fixkosten ohne Gehälter für März und April 2020.
  • Die maximale Unterstützung je Unternehmen liegt bei 150 Mio. SEK.

Am 1. Mai wurden zudem Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups erhöht.

Die schwedische Gesundheitsbehörde informiert

Stets aktuelle Informationen über das Coronavirus gibt es bei der schwedischen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten. Wenn Sie Symptome bei sich wahrnehmen und sich in Schweden befinden, rufen Sie den Gesundheitsservice unter 11 77 an. Allgemeine Informationen zum Virus erhalten Sie unter der Nummer 113 13 (aus dem Ausland unter +46 77 33 113 13).

Die schwedische Transportbehörde informiert

Seit dem 16. März gelten gelockerte Regelungen für Fahr- und Ruhezeiten bei der schwedischen Transportbehörde Transportstyrelsen. Ziel ist es, wichtige Transporte auch während der Coronakrise sicherzustellen. Die Ausnahmen gelten für 30 Tage und beinhalten (hier mehr Informationen auf Englisch):

  • Innerhalb von 24 Stunden muss die Ruhezeit mindestens 9 aufeinanderfolgende Stunden betragen.
  • In jeder Kalenderwoche muss eine ununterbrochene Pause von mindestens 24 Stunden genommen werden.
  • Die Fahrzeiten pro Tag, pro Woche und pro 14 Tage können erhöht werden, solange die oben genannten Anforderungen erfüllt sind.

Die Deutsch-Schwedische Handelskammer informiert

Unsere Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice und stehen Ihnen wie gewohnt per E-Mail und telefonisch zur Verfügung.

Als Mitglied können Sie sich immer an unsere Mitgliederabteilung wenden.

Bei arbeitsrechtlichen Fragen zu den Regeln für Ihre Angestellten in Schweden kontaktieren Sie gerne unsere Rechtsabteilung.

Prof. Hubert Fromlet, Senior Advisor der Deutsch-Schwedischen Handelskammer, berichtet regelmäßig über die Auswirkungen des Coronavirus auf die schwedische Wirtschaft.

Weitere Tipps

Bei The Local und Radio Sweden finden Sie aktuelle Nachrichten aus Schweden auf Englisch.

Weitere Informationen zur Lage in Schweden und zum Wirtschaftsumfeld stellt Germany Trade & Invest bereit, beispielweise dazu, was bei Insolvenz eines schwedischen Geschäftspartners zu tun ist.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe, eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern!

Ihr Team von der Deutsch-Schwedischen Handelskammer
 

Ansprechpartner

Unser Coronateam