Produktbild von Anyfin

Schwedisches Fintech auch in Deutschland erfolgreich

Es ist leicht, sich zu verschulden, aber oft schwierig, die entstandene Situation in den Griff zu bekommen. Hier setzt das schwedische Unternehmen Anyfin an und hilft seinen Kundinnen und Kunden, faire Zinssätze für bestehende Verbraucherkredite zu erhalten. Das Unternehmen wächst inzwischen stark auf dem deutschen Markt, und das erste Büro außerhalb Schwedens wurde in Berlin eröffnet. Die Deutsch-Schwedische Handelskammer sprach mit Nickie Povel, der Marketingleiterin des Unternehmens, darüber, dass Deutschland bald der größte Markt sein wird.

Herzlich willkommen im einzigartigen Netzwerk der Deutsch-Schwedischen Handelskammer. Welche Erwartungen haben Sie an die Mitgliedschaft?

Nickie Povel: Vielen Dank! Wir freuen uns darauf, uns mit anderen schwedischen und deutschen Unternehmen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Erzählen Sie uns kurz etwas über das Geschäftskonzept von Anyfin. Warum benötigt man Ihre Dienstleistung?

Anyfin ist ein FinTech-Unternehmen, das Menschen auf dem Weg in die finanzielle Freiheit unterstützt. In Deutschland helfen wir Kundinnen und Kunden, faire Zinssätze für ihre bestehenden Verbraucherkredite zu erhalten. Auf unserem Heimatmarkt Schweden umfasst die Anyfin-App bereits weitere Funktionen, wie ein kostenfreies Sparkonto, einen Kündigungsservice für Abos und personalisierte Tools zum achtsamen Umgang mit Geld.

Es klingt, als bräuchten alle Verbraucherinnen und Verbraucher, die einen Kredit haben, Ihre Unterstützung. An welche Zielgruppe wenden Sie sich in erster Linie?

Wir finden, dass es viel zu einfach ist, sich zu verschulden. Auf allen Märkten wenden wir uns an Menschen, die Ratenzahlungen, Kreditkartenschulden und/oder Dispokredite haben und unnötig hohe Zinsen auf diese Kredite zahlen. Wir überprüfen, ob wir ihnen ein besseres Angebot mit günstigeren Konditionen machen können.

„So unterstützen wir unsere Kundinnen und Kunden dabei, schneller schuldenfrei zu werden, also ihre finanzielle Vergangenheit aufzuarbeiten.“

So unterstützen wir unsere Kundinnen und Kunden dabei, schneller schuldenfrei zu werden, also ihre finanzielle Vergangenheit aufzuarbeiten.

In Schweden wenden wir uns darüber hinaus auch an Menschen, die sich einen Überblick über ihre gegenwärtige finanzielle Situation verschaffen und diese optimieren wollen. Der Bedarf hierfür wächst kontinuierlich, nicht zuletzt wegen der steigenden Inflation. Und mit unserem kostenfreien Sparkonto geben wir unseren Kundinnen und Kunden jetzt auch die Möglichkeit, sich um ihre finanzielle Zukunft zu kümmern – alles ganz einfach per App.

Anyfin hat sich Wagniskapital großer Eigentümer gesichert, darunter EQT Ventures und Northzone. Fast eine halbe Milliarde SEK werden nun für die Expansion auf den deutschen Markt verwendet. Wie sind Sie bei der Etablierung in Deutschland vorgegangen? Wo sehen Sie weiteres Potenzial? Wie wollen Sie die deutsche Kundschaft für sich gewinnen?

Wir sind seit März 2021 mit der Refinanzierung von Konsumkrediten auf dem deutschen Markt aktiv. Vor wenigen Monaten haben wir in Berlin das erste Büro außerhalb von Schweden eröffnet, von wo aus derzeit fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten.

„Der deutsche Markt wächst kräftig: Seit Ende 2021 haben wir unseren Kundenstamm verdreifacht und der monatliche Zustrom an Neukunden ist mittlerweile größer als in Schweden. Im Laufe dieses Jahres wird Deutschland unser wichtigster Markt sein.“

Der deutsche Markt wächst kräftig: Seit Ende 2021 haben wir unseren Kundenstamm verdreifacht und der monatliche Zustrom an Neukunden ist mittlerweile größer als in Schweden. Im Laufe dieses Jahres wird Deutschland unser wichtigster Markt sein.

Wir sind immer auf der Suche nach Möglichkeiten, noch mehr Menschen dabei zu helfen, ihre Finanzen in die Hand zu nehmen und unsere App zu verbessern. Um in Deutschland weiter wachsen zu können, planen wir, alle Produkte aus dem Heimatmarkt auch in Deutschland einzuführen. Bei der Einführung neuer Produkte arbeiten wir eng mit unseren bestehenden Kundinnen und Kunden zusammen, um mehr über ihre Bedürfnisse zu erfahren, die sich von Markt zu Markt unterscheiden können. 

Viele schwedische Unternehmen unterschätzen die Unterschiede zwischen der deutschen und der schwedischen Geschäftskultur. Das führt häufig dazu, dass der Eintritt in den deutschen Markt unnötig lange dauert. Wie meistern Sie diese Herausforderung? Gibt es besondere Anpassungen, die Sie auf dem deutschen Markt vornehmen?

In Deutschland gelten andere gesetzliche Rahmenbedingungen für Refinanzierung und die Zinsen für Verbraucherkredite sind grundsätzlich etwas niedriger als in Schweden. Außerdem sind deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich skeptischer gegenüber Finanzdienstleistern und geben sensible Daten, wie Höhe des Einkommens oder der Kreditsumme, nur ungern heraus. Daher arbeiten wir stets daran, eine vertrauensvolle Beziehung mit unseren Kunden zu etablieren und zu halten. Unser deutschsprachiger Kundenservice ist sehr nahbar und spricht mit den Kundinnen und Kunden auf Augenhöhe. Um „Kulturschocks“ vorzubeugen, arbeiten wir auch in den Bereichen Marketing und Recht mit einem lokalen deutschen Team, das bestens mit den Gegebenheiten des Marktes vertraut ist. 

Frau Povel, vielen Dank für das Gespräch und auf eine gute deutsch-schwedische Zusammenarbeit!