„Wir sehen nun die Auswirkungen der Investitionen in die militärische Verteidigung – auch bei Zulieferern und entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, sagt Robert Limmergård, Generalsekretär des Branchenverbands für Sicherheits- und Verteidigungsunternehmen, SOFF.
„Allerdings sehen wir noch keine vergleichbaren Effekte beim Aufbau der Gesamtverteidigung für Unternehmen, die im öffentlichen Sektor wie für Kommunen und Regionen tätig sind. Das könnte daran liegen, dass diese Akteure Unsicherheiten hinsichtlich Anforderungen und Finanzierung wahrnehmen und die Investitionen noch nicht bei den Ausführenden angekommen sind.“
Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten in der Branche belief sich 2024 auf 28.416 gegenüber 22.250 im Jahr 2023 – ein Zuwachs von über 500 Mitarbeitenden pro Monat.
Regierung stellt Strategie zur Verteidigungsindustrie vor
Im Juni 2025 präsentierte die schwedische Regierung eine umfassende Strategie, um die nationale Sicherheit zu stärken, Innovationen zu fördern und die industrielle Leistungsfähigkeit auszubauen. Für das laufende Jahr ist ein Verteidigungsbudget von mehr als 135 Milliarden Kronen (etwa zwölf Milliarden Euro) geplant. Die Strategie fokussiert drei prioritäre Bereiche:
Innovation: Investitionen in Verteidigungsinnovationen mit Testumgebungen und internationalen Forschungsprogrammen;
Produktion: Ausbau der Munitionsherstellung, verbesserter Zugang zu Kapital und Unterstützung für KMU;
Zusammenarbeit: Förderung strategischer Partnerschaften zwischen Industrie, Wissenschaft und öffentlichem Sektor in Schlüsselbereichen.
Die Strategie sendet ein klares Signal: Schweden will eine widerstandsfähige und wettbewerbsfähige Verteidigungsindustrie aufbauen – mit langfristigen Chancen für internationale Akteure. Der schwedische Reichstag hat die Strategie als Teil der sicherheitspolitischen Ausrichtung des Landes bestätigt. Ziel ist es, die industrielle Basis zu stärken und internationale Kooperationen zu fördern.
Investitionen in Verteidigungsinfrastruktur gefragt
Die Behörde für Gesamtverteidigungsanalyse (MTFA) hat in den Jahren 2024 und 2025 mehrere Berichte veröffentlicht, die den Bedarf an einem umfassenden Ausbau des zivilen und militärischen Verteidigungssystems aufzeigen. Besonders gefragt sind Investitionen in Verteidigungsimmobilien – etwa in die Modernisierung von Kasernen, den Bau von Logistikzentren oder geschützten Lagerhallen für strategische Reserven – sowie in die Struktur der Krisenvorsorge, was indirekt die Nachfrage nach Sicherheitslösungen beeinflusst.
Geschäftschancen für deutsche Unternehmen
„Für deutsche Unternehmen mit Kompetenzen in Bereichen wie Cybersicherheit, Schutz kritischer Infrastruktur, Sensor- und Kommunikationstechnik sowie Logistiklösungen für Verteidigung und Krisenvorsorge bieten sich derzeit Möglichkeiten, sich als strategische Partner schwedischer Akteure zu positionieren.