Dr. Patrick Keller vom Zentrum für Sicherheit und Verteidigung der DGAP plädiert im Pressegespräch vom April für mehr europäische Verteidigungsfähigkeit.
15 april 2026
Pressegespräch mit der DGAP
17 April, 2026
Dr. Patrick Keller vom Zentrum für Sicherheit und Verteidigung der DGAP plädiert im Pressegespräch vom April für mehr europäische Verteidigungsfähigkeit.
Einmal mehr lud die Deutsch-Schwedische Handelskammer zum Pressegespräch. Dieses Mal, am 16. April 2026, sprach Dr. Patrick Keller, stellvertretender Forschungsdirektor und Leiter des Zentrums für Sicherheit und Verteidigung der DGAP. Journalist:innen und Interessierte bekamen dabei einen Einblick in die gegenwärtige verteidigungspolitische Lage Deutschland im Kontext des russischen Angriffskrieges und der zunehmenden Aufrüstung in Europa. Keller sprach von einer geostrategischen Verantwortung, die Deutschland momentan betreffe – gerade auch im Zusammenhang der in der deutschen Politik oft erwähnten Zeitenwende. Er sagte, dass diese Verantwortung dabei bisher zu wenig von Deutschland wahrgenommen worden war. „Bisher waren wir darauf trainiert in dieser Frage nach Washington zu schauen.“
Angesichts der Bedrohungslage, insbesondere durch Russland, komme es jetzt darauf an, eine glaubwürdige Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit in Europa aufzubauen. „Dafür müssen wir Europäer, insbesondere Deutschland, in sehr kurzer Zeit und in großem Umfang unsere militärischen Fähigkeiten erweitern und verbessern.“ Keller schätzte die jetzige geopolitische Lage als „grundlegend neue Situation“ ein und sagte: „transatlantische Risiken hat es zwar immer gegeben, aber die Qualität, die wir jetzt davon erleben, hat etwas Neues. Wir haben einige Gründe zu der Annahme, dass dies nicht nur vorübergehend ist, sondern eine neue Haltung der Vereinigten Staaten darstellt.“ Dennoch ist für Keller klar: Antiamerikanismus ist nicht der richtige Weg für Europa und Deutschland, selbst wenn eine Rückkehr zum goldenen Zeitalter der transatlantischen Beziehungen nicht eintrete. Wichtig dabei: Dass das Transatlantische nicht nur von einzelnen populistischen Bewegungen in Europa und in den USA hochgehalten werde, sondern von der demokratischen Mitte.
Was Keller ebenfalls besorgte, ist der Blick nach China. Dort baue sich mit einer ruhigen Strategie eine Gefahr auf. Das betrifft laut Keller auch die Wirtschaftlichkeit: „Es ist eine Tatsache, dass Europa sich verbessern muss. Der Draghi-Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU weist auf den Mangel an Innovation hin und enthält ein Dutzend Maßnahmen, die einfach ergriffen werden können.“