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Netto-Null in der Industrie

Unternehmen zwischen Kliamzielen und politischen Signalen

29 April, 2026

  • Nachhaltigkeit
  • Klimaziele
  • Industrie

Im Rahmen ihres 75-jährigen Jubiläums fragt die Deutsch-Schwedische Handelskammer in einer Seminar-Diskussion, wie die Unternehmen mit den Nachhaltigkeitszielen der EU in politisch unsicheren Zeiten umgehen.

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Foto: Malin Johansson

Foto: Malin Johansson

Sowohl Schweden wie auch Deutschland sind durch den Green Deal der Europäischen Union verpflichtet bis 2050 Netto-Null zu erreichen – angestrebt wird von den beiden Ländern sogar 2045. Eine Deadline, auf die sich viele Unternehmen eingestellt haben, die allerdings in der politischen Debatte – gerade unter dem Aspekt der geopolitischen Unsicherheiten in Frage gestellt wird.

Insgesamt gaben vier Unternehmen – Die Volvo Group, Lidl Sweden, Remondis Sweden, Porsche Schweden– sowie Net Zero Industry, ein strategisches Klima-Programm im Rahmen einer Regierungsinitiative, Einblick darin, wie sie mit dieser Situation umgehen.

Politische Planbarkeit im Vordergrund

Die Diskussion zeigte, dass die Unternehmen sich weiterhin an die Deadline halten wollen – schon aus strategischen Planbarkeits-Gründen, auch wenn die Wechselhaftigkeit der politischen Signale sie irritiert. Besonders die beiden Unternehmen, die mit Fahrzeugen zu tun haben, also die Volvo Group und Porsche, hoben das hervor, da gerade in der Mobilität die Signale vom Verbrenneraus und dem Umstieg auf die volle Elektrifizierung in den letzten Monaten von politischer Seite umstritten war.

Ein weiterer Aspekt, der sich in der Diskussion zeigte, war die Frage nach der Bezahlbarkeit. Der Konflikt von Nachhaltigkeit und Preis steht gerade für das Recycling-Unternehmen Remondis immer wieder im Zentrum. Mehr Kreislaufwirtschaft könnte erzielt werden, mehr Einzelteile recycelt, oft scheitere das aber am dadurch steigenden Preis. Eine Parallele findet sich bei Lidl: Hier liegen die Netto-Null-Ziele vor allem am Verhalten der Konsumentinnen und Konsumenten und somit ebenfalls an der Bezahlbarkeit.

Entsprechend gestaltet sich die Netto-Null-Ausrichtung der Unternehmen nicht nur als Top-Down-Entscheidung, sondern auch als genaues Hinhören bei dem, was gefragt wird, und eine Anpassung an die politischen Signale.

Öffentliche Aufträge könnten – gerade etwa in der Autoindustrie – diese Nachfrage stärker fokussieren und eine einheitlichere politische Kommunikation mehr Planungssicherheit liefern.

Content Redakteur

Anton Beck

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