Am 6. März 1951 wurde die Deutsch-Schwedische Handelskammer offiziell geründet. 75 Jahre später ist der europäische Blick der beiden Länder wichtiger denn je.
17 april 2026
09 März, 2026
Am 6. März 1951 wurde die Deutsch-Schwedische Handelskammer offiziell geründet. 75 Jahre später ist der europäische Blick der beiden Länder wichtiger denn je.
Foto: Fredrik Hjerling
Vor genau 75 Jahren versammelten sich rund 400 Unternehmerinnen und Unternehmer in der Aula der Handelshochschule in Stockholm und legten den Grundstein für dessen Gründung. Am Ende des Jahres hatte die Deutsch-Schwedische Handelskammer bereits 600 Mitglieder. Mittlerweile sind es rund 1.200.
Ralph-Georg Tischer, Geschäftsführer der Deutsch-Schwedischen Handelskammer
Der Wille der Unternehmen, nach dem Krieg die engen Wirtschaftsbeziehungen wieder aufleben zu lassen, beschleunigte den Gründungsprozess. Es sind Wirtschaftsbeziehungen, die weit in der Vergangenheit ihren Ursprung haben: Bereits im 11. Jahrhundert kamen nicht nur Mönche, sondern auch deutschstämmige Kaufleute und Handwerker nach Schweden, die sich im 12. Jahrhundert mit der Hanse im Norden etablierten. Während der Industrialisierung spielte die schwedische Maschinenindustrie eine wichtige Rolle für Deutschland. Die hohe Kaufkraft Schwedens in der Nachkriegszeit half wiederum beim Aufbau der deutschen Wirtschaft – gar so sehr, dass Volkswagen 1955 die meistverkaufte Automarke in Schweden wurde.
Heute sind die beiden Länder wirtschaftlich nicht nur eng verflochten, sondern stehen vor allem europäisch zusammen. Die großen technologischen und ökologischen Transformationen liefern viele Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der deutsch-schwedischen und damit auch europäischen Partnerschaft. Aktuell im Bereich der Sicherheit und Verteidigung.
Vor allem im Lichte der sich entwickelnden protektionistischen Wirtschaftsräume bleibt dabei ein offener Binnenmarkt eine zuverlässige Möglichkeit für die weitere Geschäftsentwicklung. Dies zu begleiten, bleibt Kernauftrag der Handelskammer, sagt Ralph-Georg Tischer.
Anzahl schwedischer Unternehmen in Deutschland:
909 Unternehmen
196.847 Beschäftigte
Der Umsatz beträgt rund 174 Milliarden Euro.
Quelle: Destatis. Diese Statistik basiert auf der offiziellen EU‑FATS‑Methodik vom Jahr 2023 und umfasst Unternehmen, deren Kontrolle von Schweden aus zu mindestens 50 Prozent ausgeübt wird.
Anzahl deutscher Unternehmen in Schweden:
770 Unternehmen
92.340 Beschäftigte
Quelle: Tillväxtanalys 2025. Die Statistik basiert seit 2023 auf der Unternehmenseinheit (UE) statt auf der juristischen Einheit, um die Anzahl der auslandsgehaltenen Unternehmen zu definieren. Eine Unternehmenseinheit (UE) besteht aus einer oder mehreren juristischen Einheiten und übt eine oder mehrere Tätigkeiten an einem oder mehreren Standorten aus.
Handelsvolumen zwischen Deutschland und Schweden:
Das gesamte Güterhandelsvolumen zwischen Deutschland und Schweden belief sich im Jahr 2025 auf ~48,4 Milliarden Euro (521,1 Milliarden SEK).
Dies entspricht einem Rückgang von etwa -2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Schwedischer Güterexport nach Deutschland: ~19,2 Milliarden Euro (204,8 Milliarden SEK). Deutschlands Anteil an den schwedischen Warenausfuhren: 10 Prozent (Platz Nr. 1)
Schwedischer Güterimport aus Deutschland: ~29,2 Milliarden Euro (316,3 Milliarden SEK). Deutschlands Anteil an den schwedischen Wareneinfuhren: 16 Prozent (Platz Nr. 1)
Quelle: SCB, veröffentlicht am 27. Februar 2026.
Der gesamte Dienstleistungshandel zwischen Deutschland und Schweden belief sich im Jahr 2025 auf 12,9 Milliarden Euro, ein Anstieg von 1,4 Prozent zum Vorjahr.
Deutsche Dienstleistungsexporte nach Schweden: 7,1 Milliarden Euro (+3 Prozent im Vergleich zu 2024)
Deutsche Dienstleistungsimporte aus Schweden 5,8 Milliarden Euro (-0,4 Prozent)
Quelle: Deutsche Bundesbank
Innovationskraft:
Schweden: Platz #1 in der EU (Innovation Leader)
Deutschland: Platz #9 in der EU (Strong Innovator)
Quelle: European Innovation Scoreboard – Research & Innovation (EU‑Kommission, 2025)
Strategische Partnerschaft zwischen Schweden und Deutschland:
Schwerpunktbereiche seit 2025, u.a.:
Sicherheit und Verteidigung
Raumfahrt
Kapitalmärkte/CMU: mehr Risiko‑ und Venture‑Kapital
Migration
Energiewende und Mobilität
KI und Digitalisierung (unter anderem eHealth)
Innovationförderung
Quelle: Regeringen.se
Deutsches und schwedisches BIP 2025:
Schweden: +1,5 Prozent Wachstum
Deutschland: +0,2 Prozent Wachstum
Quelle: SCB, veröffentlicht 27. Februar 2026, Destatis, veröffentlicht 25. Februar 2026
Über die Deutsch-Schwedische Handelskammer:
Die Deutsch-Schwedische Handelskammer ist die führende bilaterale Unternehmensorganisation, die den Handel und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Schweden seit 1951 fördert. Durch die Bereitstellung verschiedener Dienstleistungen und Veranstaltungen unterstützt die Handelskammer Unternehmen bei dem Aufbau und der Entwicklung ihrer bilateralen Geschäftsaktivitäten.