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Zunehmende Militarisierung in Schweden und Deutschland
13.01.2026
Die europäische Sicherheitspolitik spielt bereits früh im neuen Jahr eine zentrale Rolle. Das greift die Deutsch-Schwedische Handelskammer mit einer Studienreise auf.
Rund um die Ereignisse in Venezuela und Grönland dominiert der sicherheitspolitische Zustand Europas die Debatten in Deutschland und Schweden. Entsprechend richten sich die Augen in Schweden dieses Jahr besonders stark auf die jährliche sicherheitspolitische Konferenz „Folk och Försvar“, die bereits zum 80. Mal stattfindet.
Bei der Folk och Försvar Rikskonferens in Sälen, machte Ministerpräsident Kristersson am Montag klar, dass die schwedische Regierung besorgt auf diese Konflikte schaut. Einer der zentralen Sätze in Kristerssons Rede lautete dabei: „Wir nehmen nun die größte militärische Aufrüstung Schwedens seit dem Kalten Krieg vor – und wir bauen die zivile Verteidigung wieder auf.” Die Vorsitzende der schwedischen Sozialdemokraten, Magdalena Andersson, schlug gar vor, dass Ostseeanreinerstaaten möglicherweise multinationale Truppen auf dem schwedischen Stützpunkt Gotland stationieren.
Das gesteigerte staatliche Interesse am Militär zeigt sich auch in den Zahlen. Laut dem Stockholm International Peace Research Institut (SIPRI) stiegen 2024 die Militärausgaben aller europäischen Ländern (außer Malta). In Schweden stiegen sie um 34 Prozent und in Deutschland um 28 Prozent. Das machte rund 2 Prozent des schwedischen BIPs und 1,9 Prozent des deutschen BIPs aus. Im Kontext des NATO-Beschlusses von 2025, die Verteidigungsausgabe aller NATO-Länder bis 2035 auf rund 5 Prozent des BIPs zu erhöhen, dürfte dieser Trend in den nächsten Jahren kaum abflachen.
Auch in Deutschland gibt es ein gesteigertes Militärinteresse
Gerade in Deutschland spricht auch das 2022 beschlossene Sondervermögen für die Bundeswehr und die damals von Ex-Kanzler Olaf Scholz gehaltene Zeitenwenden-Rede dafür, dass der Aufrüstungstrend auch die nächsten Jahre anhält. Und in Schweden verdeutlicht die sogenannte Totalförsvaret, also die gesamtgesellschaftliche Verteidigungsfähigkeit Schwedens, die aktuelle Auseinandersetzung damit.
Diese Ansicht teilte auch der SIPRI-Vorsitzende und ehemalige schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven, als er Ende Dezember im Rahmen einer Handelskammer-Veranstaltung einen Vortrag hielt.
Reise der Handelskammer nach Deutschland zu Verteidigungs-Messe
Vor diesem Hintergrund befasst sich die Deutsch-Schwedische Handelskammer mit der Thematik rund um die Verteidigung und Sicherheitspolitik und veranstaltet zusammen mit der Deutsch-Norwegischen Handelskammer und der Deutsch-Finnischen Handelskammer eine Reise zur Enforce Tac, die Leitmesse für Sicherheit und Verteidigung in Deutschland. Vom 23. Bis 25. Februar sind interessierte Unternehmen und Personen eingeladen Einblicke in die Neuerungen rund um Sicherheit und Verteidigung zu bekommen.
Neben dem Besuch der Messe finden ausgewählte Unternehmensbesuchte statt. Auch der Dialog mit führenden Akteuren aus Deutschland steht dabei im Zentrum. Teil der Studienreise ist zudem der Besuch der German-Nordic Defence Industry Dialogue, einer hochrangigen internationalen Konferenz, die über 250 führende Entscheidungsträger*innen und Branchenvertreter aus Deutschland sowie den nordischen und baltischen Ländern zusammenbringt. Das Thema der Konferenz 2026 lautet: „Resilienz vom Hohen Norden bis zum Finnischen Meerbusen: Die Notwendigkeit eines robusten und eng verflochtenen europäischen Verteidigungssektors“.
Als Teilnehmende der Delegation gibt es die Möglichkeit, eigene Ideen vor einem qualifizierten Fachpublikum zu präsentieren, die eigene Kompetenz sichtbar zu machen und neue Partnerschaften sowie Kooperationsmöglichkeiten zu erkunden.
Falls auch Sie bei der Reise zur Enforce Tac dabei sein wollen, melden Sie sich bei Philip Fyrsten-Hagne.
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