„Unbemannte Systeme sind ein zentraler Bestandteil einer europäischen Abschreckung“

23.03.2026

Am 23. März feiert das Verteidigungs-Startup STARK seine Büro-Eröffnung in Stockholm. Johannes Arlt Bjerrehøj, Managing Director Nordics, spricht im Vorfeld mit der Deutsch-Schwedischen Handelskammer unter anderem darüber, was ausgerechnet Schweden für das Startup attraktiv macht und weshalb der Fokus im Norden auf Kooperationen und nicht auf Wettbewerb liegt. 

Johannes Arlt Bjerrehøj, STARK hat beschlossen, ein Büro in Stockholm zu eröffnen. Was macht Schweden für STARK interessant? 

„Schweden verfügt über eine lange verteidigungsindustrielle Tradition, spielt eine zentrale Rolle bei der Sicherung der Souveränität im Ostseeraum und besitzt ein dynamisches Tech-Start-up-Ökosystem.“

Johannes Arlt Bjerrehøj: Schweden verfügt über eine lange verteidigungsindustrielle Tradition, spielt eine zentrale Rolle bei der Sicherung der Souveränität im Ostseeraum und besitzt ein dynamisches Tech-Start-up-Ökosystem. Diese Faktoren waren ausschlaggebend für unsere Entscheidung, ein Büro in Stockholm zu eröffnen. 

Zudem gibt es ein großes Angebot an Fachkräften und Expertise in den Bereichen Hochfrequenztechnik und elektronische Kampfführung, die zunächst im Mittelpunkt unserer Aktivitäten in Schweden stehen werden. Diese Kompetenzen helfen uns, Ideen in operative Fähigkeiten umzusetzen und die Sicherheit beider Länder sowie ihrer europäischen und NATO-Verbündeten zu stärken.  

Planen Sie auch, Büros in anderen nordischen Ländern zu eröffnen? 

Johannes Arlt Bjerrehøj: Kurzfristig gibt es keine konkreten Pläne, aber mit wachsender Nachfrage nach unseren Produkten schließen wir weitere Standorte in der Region nicht aus. 

Die Region ist für uns von großer Bedeutung, und wir möchten eine zentrale Rolle bei der Stärkung ihrer souveränen Verteidigungsfähigkeiten spielen. Deshalb sind wir kürzlich eine Partnerschaft mit dem norwegischen Unternehmen Six Robotics eingegangen – unsere erste nordische Kompetenzpartnerschaft nach der Etablierung unserer Präsenz in Schweden.

Wie kann die Deutsch-Schwedische Handelskammer STARK beim Aufbau in Schweden unterstützen? 

Johannes Arlt Bjerrehøj: Die Deutsch-Schwedische Handelskammer spielt eine wichtige Rolle beim Markteintritt von STARK in Schweden. Zum einen unterstützt sie bei grundlegenden Themen wie Recht, Steuern, Gehältern sowie bei der Orientierung im lokalen regulatorischen Umfeld. Noch wichtiger ist jedoch der Zugang zu ihrem Netzwerk mit mehr als 1.200 Mitgliedsunternehmen in Deutschland und Schweden, darunter Hersteller, Dienstleister und potenzielle Partner in der Verteidigungsindustrie.

Die von der Kammer organisierten Veranstaltungen können STARK mit wichtigen schwedischen Akteuren im Verteidigungsbereich vernetzen, darunter KMU mit Spezialisierung auf Hochfrequenztechnologie, sichere Kommunikationssysteme und Softwareentwicklung – alles Bereiche, die für die Expansion von STARK entscheidend sind.

Wie unterscheidet sich die Sicht auf Verteidigung zwischen Schweden und Deutschland? 

Johannes Arlt Bjerrehøj: Schweden und Deutschland haben ihre Verteidigungspolitik als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine deutlich angeglichen und sind dadurch enge Verbündete innerhalb der NATO geworden. 

Im vergangenen Jahr erneuerten und vertieften beide Länder in Berlin ihre seit 2017 bestehende Absichtserklärung zu einer strategischen Innovationspartnerschaft. Diese markiert eine neue Phase der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Ziel ist unter anderem die Stärkung der Kooperation in Verteidigungstechnologie, Forschung und Entwicklung sowie bei der Beschaffung von Verteidigungsgütern. 

Ein besonderer Fokus liegt auf der Überwachung der Ostsee, des Luftraums und des Cyberraums – Bereiche, in denen die anhaltenden hybriden Aktivitäten Russlands zunehmende Bedrohungen für Schweden, Deutschland sowie deren europäische und NATO-Verbündete darstellen.

Wie bewertet STARK den Wettbewerb in Schweden? 

Johannes Arlt Bjerrehøj: Unser Fokus liegt auf Zusammenarbeit und Kooperation. Wettbewerb trägt zwar dazu bei, unsere Produkte zu verbessern, doch Zusammenarbeit führt zu einer stärkeren industriellen Abschreckung und einer besseren souveränen Sicherheit im Ostseeraum. 

In Deutschland hat der Verteidigungssektor durch das sogenannte Sondervermögen stark an Bedeutung gewonnen. Welche Auswirkungen hatte das auf STARK? 

„Unsere Strategie besteht darin, skalierbare unbemannte Systeme zu entwickeln, die die industrielle Kapazität und Expertise Europas nutzen – von der Hardware über KI und Software bis hin zu Gefechtsköpfen.“

Johannes Arlt Bjerrehøj: Unbemannte Systeme sind ein zentraler Bestandteil einer glaubwürdigen europäischen Abschreckung, da sie schnell, kosteneffizient und in großen Stückzahlen eingesetzt werden können. Unsere Strategie besteht darin, skalierbare unbemannte Systeme zu entwickeln, die die industrielle Kapazität und Expertise Europas nutzen – von der Hardware über KI und Software bis hin zu Gefechtsköpfen. 

Ende Februar 2026 haben wir einen Rahmenvertrag mit der Bundeswehr über „Virtus“, unser Flaggschiff-System im Bereich loitering munitions, unterzeichnet. Innerhalb von zwei Jahren werden mehrere Tausend Systeme geliefert, die Auslieferung beginnt 2026. Die Entscheidung folgte umfangreichen gemeinsamen Tests mit der Bundeswehr, bei denen „Virtus“ seine Leistungsfähigkeit, Präzision und Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt hat.

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