Schwedens Wirtschaft in positivem Trend

27.01.2026

Offensichtlich haben sich inzwischen wichtige Konjunkturindikatoren auch vom kurzfristige Trend her zum Positiven gedreht, meint Professor Hubert Fromlet, Senior Advisor der Deutsch-Schwedischen Handelskammer.

Seit einiger Zeit publiziert die schwedische Statistikbehörde (Statistiska Centralbyrån, SCB) einen interessanten Quadranten mit vier verschiedenen Konjunkturphasen. Im Einzelnen dreht es sich um Abschwächung (A), Rezession (R), Besserung (B) und Expansion (E). Unter diesen vier Konjunkturphasen erscheinen nach entsprechender Einordnung insgesamt 14 verschiedene Indikatoren. Diese waren im November wie folgt platziert (bei A, R, B oder E)*:
 

  • BNP per Monat (E) / BNP per Quartal (E) 
  • Auftragseingänge in der Industrie (E) / Unternehmensproduktion (E) 
  • Haushaltskonsum (B) / Konsumgüterhandel (E) 
  • PKW-Neuzulassungen (R) / LKW-Neuzulassungen (B) 
  • Warenexporte (B) / Warenimporte (R) 
  • Beschäftige (B) / Arbeitsstunden (R) 
  • Unternehmensvertrauen (E) / Konsumentenvertrauen (B)

 

Interessant nimmt sich aus, dass die Hälfte der 14 Indikatoren schon in der Expansionsphase angesiedelt sind (mit einem einzelnen Indikator zwischen B und E). Vor einem Jahr waren die entsprechenden Platzierungen noch deutlich ungünstiger. Nur ein Indikator befand sich damals in der Expansionsphase und immerhin noch vier in der Rezessionsphase. Zwischenzeitlich hat sich einiges zum Besseren entwickelt, vor allem bei den Faktoren der Binnenwirtschaft. Allerdings sind auch diese zum Teil von der globalen Großwetterlage abhängig. 

Hier besteht weiterhin ein offensichtliches Konjunkturrisiko, das sich allerdings wegen der expansiven schwedischen Finanzpolitik im Wahljahr 2026 weniger bedrohlich zeigt als in den meisten anderen Ländern mit (wesentlich) höherer Staatsverschuldung. Dies könnte bei begrenzt verschlechterten exogenen Voraussetzungen noch immer ein BIP-Wachstum von zirka 2 Prozent in 2026 bedeuten, bei nur etwas stabileren oder günstigeren internationalen Perspektiven im Vergleich zu heute sogar in der Nähe von 3 Prozent.

Gegen eine globale Finanzkrise ausgehend von KI, China oder den USA wäre aber auch die relativ robuste schwedische Wirtschaft nicht gefeit, vor allem was den nach wie vor recht schwachen Arbeitsmarkt betrifft.

                                                                                                                                                        *Sämtliche Statistiken oben benutzten Zeitreihen werden von SCB erstellt – mit Ausnahme der beiden letztgenannten Vertrauensfaktoren, die vom Konjunkturinstitut (KI) berechnet werden.

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Hubert Fromlet

Affiliierter Professor an der schwedischen Linné-Universität und Senior Advisor der Deutsch-Schwedischen Handelskammer

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