Foto: Boing AB

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Boing: Luft in tausend Formen

Hoch im Norden Schwedens hat das Unternehmen Boing AB seinen Sitz. Der Geschäftsführer Hans-Eric Wirén hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt mit mehr Spiel und Spaß zu füllen. Im Interview mit der Deutsch-Schwedischen Handelskammer berichtet er von den neuen Räumlichkeiten in der Nähe von Stockholm sowie von Unterschieden in der Geschäftskultur zwischen Deutschland und Schweden.

Deutsch-Schwedische Handelskammer: Woher kommt der Unternehmensname und was genau umfasst das Angebot Ihres Unternehmens?

Hans-Eric Wirén: Der Name „BOING“ kommt vom Springen in einer Hüpfburg. Unseren Kunden bieten wir die Möglichkeit, ihre Marken auf positive Art und Weise zu präsentieren. Wir stellen aufblasbare Gegenstände wie Portale, Hüpfburgen aber auch eine Vielzahl von Eventprodukten, die mit Fußball zu tun haben, her. Verkauft man beispielsweise Eisenwaren oder Wurst und ist der Meinung, dass es diesbezüglich nicht sonderlich viel zu zeigen gibt, kann man unsere Produkte mit dem eigenen Unternehmensprofil versehen und somit mehr Aufmerksamkeit für die eigene Marke erregen. Darüber hinaus arbeiten wir viel mit Bällen, zum Beispiel den Bällebädern bei Ikea.

Ihr Unternehmen hat seinen Sitz hoch im Norden Schwedens. Gibt es Überlegungen sich auch weiter südlich niederzulassen?

Ja, das Unternehmen liegt in Gällivare – auf der richtigen Seite des Polarkreises, wie ich immer sage. Alle unsere Kunden befinden sich jedoch in Südschweden, im südlichen Teil von Finnland oder in Norwegen. Seit dem 1. August haben wir nun Räumlichkeiten kurz vor Stockholm, um mehr von dort aus arbeiten zu können. Wir produzieren in insgesamt acht Ländern innerhalb und außerhalb der EU. Da macht es wenig Sinn, die Produkte erst zu uns in den Norden und dann wieder in den Süden zu transportieren.

Welche Aufträge sind Ihnen bislang besonders in Erinnerung geblieben?

Ein Auftrag der letzten Zeit war, dass es unsere Fußballprodukte mit zur Fußball-Europameisterschaft nach Frankreich geschafft haben. Das war etwas Besonderes für uns. Europa ist groß und die Konkurrenz ebenfalls, aber wir haben uns gut im Fußballsegment etabliert. Ein anderer Auftrag, der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist, war von einem Kunden, der unsere Bälle für Bällebäder im Rahmen seiner Forschung angewandt hat, um einen Hagelsturm für Flugzeugteile zu simulieren. Dafür wurde Wasser in die Bälle injiziert, um sie anschließend einzufrieren. Die Bälle wurden dann auf die einzelnen Teile geschossen. Das war schon einzigartig.

Seit 2005 ist die Boing AB Mitglied der Deutsch-Schwedischen Handelskammer. Haben Sie Kunden in Deutschland?

Die haben wir, aber bislang noch keine festen Kunden. Wir arbeiten jedoch mit einigen Zulieferern zusammen. Nun, wo wir unsere Räumlichkeiten in Stockholm bezogen und dazu noch eine Zusammenarbeit mit einem Fitnessstudio begonnen haben, um gemeinsam einen Hindernisparcours zu entwickeln, scheint der Schritt jedoch zum Greifen nah. Klappt es gut mit dem Parcours, können wir uns eine Expansion nach Deutschland gut vorstellen, da es dort eine Vielzahl von Fitnessstudios gibt.

Für wie wichtig erachten Sie Sprachen in der Geschäftswelt?

Ich empfinde Sprachfertigkeiten als wichtig, da man als Bewerber dadurch viele Konkurrenten eliminieren kann. Der Arbeitgeber hat ja meist eine Liste mit vielen Anforderungen, die erfüllt werden sollen. Das Produkt kann man lernen, wie auch die eigentliche Arbeit, aber Sprachkenntnisse hat man oder man hat sie nicht. Beherrscht man eine Sprache, empfinde ich das als einen Vorteil.

Wie denken Sie über die Geschäftskultur, wenn Sie Schweden mit Deutschland vergleichen? Gibt es größere Unterschiede?

Als ich für einen Deutschkurs in München war, haben wir viel über Unterschiede in der Geschäftskultur geredet. Wir Schweden sind recht informell, vielleicht sogar etwas schlaff. Ich erlebe Deutsche als sehr organisiert und man erhält von Deutschen oft eine klare Entscheidung – kein schwedisches „das löst sich schon“. Es gibt also Unterschiede wie auch Gemeinsamkeiten. Das finde ich sehr positiv.

 

In unserer Serie Mitglied des Monats treffen wir jeden Monat einen Vertreter eines unserer rund 1.150 Mitgliedsunternehmen, der uns einen Einblick in die Arbeit und aktuellen Aktivitäten des jeweiligen Unternehmens gibt.

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