Auch große Industrieunternehmen unterstützen die Pläne. Die Initiative „Industrikraft“, ein Zusammenschluss führender schwedischer Industrieunternehmen wie ABB, Alfa Laval, Boliden, Saab, Stora Enso und Volvo, sehen in der Förderung neuer Atomkraftwerke eine wichtige Maßnahme, um langfristig wettbewerbsfähige Strompreise und Versorgungssicherheit für die energieintensive Industrie zu gewährleisten.
Ebenso Energieversorger wie Vattenfall, Mitglied der Deutsch-Schwedischen Handelskammer, begrüßen das neue Gesetz. Für Vattenfall ist es ein wichtiger Schritt zur Realisierung neuer Reaktoren am Standort Ringhals. Gleichzeitig investiert das Unternehmen stark in erneuerbare Energien – sowohl in Schweden als auch in Deutschland, wo Vattenfall bis 2028 über fünf Milliarden Euro in Offshore-Windprojekte wie Nordlicht 1 und 2 investiert.
Schwedens Energiemix: bereits heute fast vollständig fossilfrei
Im Jahr 2024 war die Stromerzeugung in Schweden laut dem Branchenverband der schwedischen Energieunternehmen, Energiföretagen, bereits zu 99 Prozent fossilfrei. Wasserkraft machte 38 Prozent aus, Kernkraft rund ein Drittel und Windkraft etwa ein Viertel. Die Solarenergie ist zwar noch vergleichsweise klein, verzeichnete aber ein Wachstum von über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit verfügt Schweden bereits über einen der emissionsärmsten Strommixe Europas.
Forschung: Energiewende auch ohne neue Atomkraft möglich
Mehrere wissenschaftliche Studien, unter anderem von der Chalmers-Universität und Energiforsk, zeigen, dass Schweden die Energiewende aber auch ohne neue Atomkraft bewältigen könnte. Ein Szenario mit verstärktem Ausbau von Windkraft, Solarenergie und Speichersystemen wäre nicht nur technisch machbar, sondern auch kostengünstiger.