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Jubiläumsseminar zu Energieresilienz

Erfolgreiche nachhaltige Energieproduktion braucht kurzfristige Korrekturen und langfristige Planungssicherheit

22. September 2026

  • Energieeffizienz
  • Wirtschaft
  • Jubiläum

Im dritten Jubiläumsseminar diskutierten unsere Mitgliedsunternehmen die aktuellen Herausforderungen des Energiesektors, effiziente Lösungen und Energieresilienz.

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Das Panel mit Michael Bayer von E.ON Sverige, Håkan Nilsson von der Volkswagen Group Sweden, Anja Alemdar von Vattenfall AB, Henric Thorsén von Siemens Energy AB, und Ola Solér von Uniper zusammen mit unserem Moderator Anton Beck.

Foto: Deutsch-Schwedische Handelskammer

Im dritten Jubiläumsseminar beschäftigten sich Ola Solér von Uniper, Michael Bayer von E.ON Sverige, Henric Thorsén von Siemens Energy AB, Håkan Nilsson von der Volkswagen Group Sweden und Anja Alemdar von Vattenfall AB mit der gegenwärtigen Situation der Energieproduktion, dem globalen Druck auf den Energiesektor, und dem Stromnetz der Zukunft.

„Hohe Energiepreise beschäftigen Industrie und Verbraucher*innen besonders in Deutschland. Um im globalen Wettbewerb nicht ins Hintertreffen zu geraten, sind verschiedene Anstrengungen notwendig. Nicht nur der schnelle und zielorientierte Umbau auf erneuerbare Energien spielt eine wichtige Rolle, sondern auch das Navigieren von schwankenden Energiepreisen, deren Spitzen Sorge bereiten”, sagte Ola Solér, Energy System Specialist bei Uniper. Außerdem beeinflussen politische Vorgaben aus Deutschland und Brüssel die deutsche Energiewende. In den kommenden Wintermonaten steht Deutschland auch vor der Herausforderung, eine Dunkelflaute zu vermeiden, was durch „dispatchable assets“, also das Füllen von steuerbaren oder regelbaren Anlagen erreicht werden kann.

„Schwedens Energiesystem ist digitaler und datenbasiert. Diesen Weg gilt es weiterzugehen”, sagte Michael Bayer, Head of Business Optimization bei E.ON Sverige, denn mit einem digitalen Energiesystem können Kosten gespart und Energieeffizienz erhöht werden. Stichwort dafür ist das „smart grid“, ein „schlaues“ Stromnetz, das Informationen über Energieverbrauch sammelt, auswertet und entsprechend reagiert. So kann das Stromnetz effizienter genutzt werden. Zukünftig kann auch KI eine signifikante Rolle im Smart Grid spielen: bei der Datenauswertung und bei schnellen Entscheidungen.

Ein weiterer Aspekt der Energienachhaltigkeit ist Resilienz, sowohl auf infrastruktureller als auch auf Investitionsebene. Henric Thorsén, Business Development Director bei Siemens Energy AB tritt für einen holistischen, auf Partnerschaften basierenden Ansatz ein, den Schweden in Teilen bereits anwendet. Dabei wird das Energiesystem als Ganzes analysiert, um Effizienz zu steigern. Deutschland dagegen setzt auf eine Zusammensetzung aus verschiedenen Energiequellen. „Um Innovation zu steigern und Investoren zu überzeugen, wäre ein digitales fossilfreies Energiesystem Showcase-Projekt ein Weg in die Zukunft“, sagte Thorsén.

Steigende Stromkosten treffen auch Verbraucher*innen von E-Autos. „In den nordischen Ländern ist das Produktinteresse nach wie vor hoch, und auch in Deutschland steigt das Interesse. Die Automobilbranche hat keine andere Wahl als auf E-Autos umzuschwenken“, sagte Håkan Nilsson, e-Mobility Manager bei der Volkswagen Group Sweden. Herausforderungen bleiben der Produktpreis, der von den Batterien beeinflusst wird, und laufende Ladekosten auf Seiten der Verbraucher*innen. Die Autoindustrie nimmt die sogenannte Demokratisierung von E-Autos ins Visier, denn Ladekosten fallen beim Smart-charging im Eigentumshaus geringer aus als bei öffentlichen Ladeplätzen. Können Ladekosten gesenkt werden, können mehr Kund*innen gewonnen werden.

„Insgesamt ist die aktuelle Energiekrise nicht so groß wie 2022“, sagte Anja Alemdar, Director Public & Regulatory Affairs Sweden bei Vattenfall AB, und fügte an „dennoch halten Unsicherheiten wie Marktvolatilität, Störungen in der globalen Lieferkette, und politische Disruptionen die Energiewende auf. Besonders Front Runners werden durch diese Faktoren abgestraft, was es unbedingt zu verhindern gilt. Um die Energieproduktion in die Nachhaltigkeit zu führen, sind neben der Orientierung an den Klimazielen Investitionen in das Stromnetz und das Balancieren von Angebot und Nachfrage Leitpfosten der Energieindustrie.“

Alemdar unterstrich, dass Anreize zur Re-Investition geschaffen werden müssen. Um die hohen anfallenden Kosten zu decken und um Konsument*innen zu entlasten, könnten Steuererleichterungen geschaffen werden. In Schweden liegt der gegenwartsnahe Fokus auf der Nachfrage, langfristig strebt das Land einen Ausbau des Angebots an.

Um die Energieproduktion langfristig stabil und nachhaltig zu gestalten, ist ein Energiesystem notwendig, das resilient ist und aus verschiedenen Energiequellen gespeist wird, ist Anja Alemdars Fazit.