Gab es Erfahrungen oder Überraschungen auf dem Weg nach Schweden?
André Schwarz: Eine Überraschung war die schwedische Bürokratie, die in einigen Bereichen langsamer ist als erwartet. Aber auch darauf hatte uns die Deutsch-Schwedische Handelskammer bereits vorbereitet. Ebenso überrascht hat mich so manche Geschmacksvorliebe der Schweden – beispielsweise ist Lakritz für mich als Süddeutscher bis heute eher gewöhnungsbedürftig. Eine positive Erkenntnis bei unserer Arbeit in Schweden ist, dass die schwedischen Konsumentinnen und Konsumenten sehr großen Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit legen, was gut zu unseren Unternehmenswerten passt.
Wie wichtig ist denn Nachhaltigkeit für Ritter Sport?
André Schwarz: Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie und spielt auch in Schweden eine wichtige Rolle. Wir sehen dies tatsächlich auch als eine Chance, uns von der Konkurrenz abzuheben. Unser Engagement für 100 Prozent zertifizierten nachhaltigen Kakaobezug ist ein Beispiel dafür, wie wir Nachhaltigkeit in unsere Geschäftsstrategie integrieren. Wir sind über Jahrzehnte neben einem Schokoladenproduzenten auch zu einem Agrarunternehmen geworden und haben mit einer Fläche von 25 Quadratkilometern in Nicaragua eine der größten Kakaoplantagen weltweit. Das machen wir, um mehr Expertise zu Kakao zu entwickeln. Aber gleichzeitig auch um die Qualität des Kakaos und den Umgang mit den Menschen, die den Kakao anbauen, zu verbessern.
Welche Sorten sind in Schweden im Gegensatz zu Deutschland besonders beliebt?
André Schwarz: Schwedinnen und Schweden lieben Vollmilchschokoladen und der Markt ist damit bereits von einem etablierten Wettbewerber, der auch im Herzen schwedischer Konsumenten tief verankert ist, abgedeckt. Daher konzentrieren wir uns auf Sorten, die es noch nicht so häufig gibt. Unsere erfolgreichsten Sorten in Schweden sind Marzipan, Nougat und die Vollnuss-Sorten. Wir konnten aber auch neue Akzente im Sommer mit Sorten wie Erdbeer-Joghurt oder Funky White Lemon setzen. Wir achten also darauf, unser Sortiment an die lokalen Vorlieben anzupassen, um den Geschmack der Konsument*innen zu treffen.