Seitens der Linkspartei sind schon seit geraumer Zeit deutliche Ambitionen in Richtung rot-grüner Koalition mit eigener Ministerbeteiligung zu vernehmen, was bei vielen Sozialdemokraten nicht gerade gut ankommt.
Weiterhin dürften sich eventuelle Koalitionsverhandlungen im nächsten Jahr zwischen Sozialdemokraten und Grünen als besonders schwierig erweisen. Dies betrifft unter anderem grüne Positionen gegen den Ausbau der Kernkraft und Verschärfungen der Kriminalpolitik sowie für eine großzügigere Flüchtlingspolitik.
Überdies erscheint noch unklar, auf welcher Seite sich das Zentrum (c) nach den nächsten Wahlen positionieren will. Immerhin ist Centern ideologisch nach wie vor eine bürgerliche Partei.
Auch in Schweden drohen im nächsten Jahr also sehr schwierige Regierungsverhandlungen im rot-grünen Lager. Noch ist aber eine Fortsetzung der jetzigen bürgerlichen Regierungskoalition mit rechter Stützpartei (SD) im Bereich des Möglichen. Sowohl außen- als auch innenpolitisch wird die schwedische Wirtschaft 2026 höchstwahrscheinlich mit viel politischer Unsicherheit konfrontiert.
Lichtblicke beim privaten Konsum
Schwedens Hoffnungen für einen deutlichen Konjunkturaufschwung im nächsten Jahr ruhen vor allem auf dem wiedererstarktem privaten Konsum.
Jüngst hat sogar Zentralbankchef Erik Thedéen verlauten lassen, dass sich der schwedische Konsum endlich wieder etwas günstiger entwickelt – verbunden mit der realistischen Hoffnung, dass 2026 ein beachtlicher Teil des 50-Milliarden Konjunkturstimulus der Regierung in den privaten Konsum fließen wird.
Allerdings lässt sich im Konsumzusammenhang ein unangenehmer Wermutstropfen ausmachen – die immer noch viel zu hohe Arbeitslosigkeit, die sich im September auf nach wie vor viel zu hohe 8,7 Prozent belief.
Das ist nicht gerade ein Hit für die Regierung im schwedischen Wahlkampf im Hinblick auf die Wähler! Allerdings gehört die Arbeitslosigkeit zu den im Konjunkturzyklus späten Indikatoren (lagging indicators). Etwas freundlichere Zahlen für die Arbeitslosigkeit sind 2026 daher noch zu erreichen.
Hubert Fromlet