Finanzmarktminister Niklas Wykman.
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Geschäftsführer der Handelskammer Ralph-Georg Tischer und der Präsident Jan Brockmann.
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Jan Brockmann leitete den Abend ein.
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Die Journalistin Frida Wallnor.
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Jerveland, Sveninningson und Heit im Gespräch mit der Journalistin Frida Wallnor.
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Nusha Heit, CFO bei Siemens Nordics & Sweden.
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Claes Jerveland, CEO bei Volkswagen Group Schweden und Johan Svenningsson, CEO bei Uniper Schweden.
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Der deutsche Botschafter in Schweden Ludger Siemes.
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Die Veranstaltung war rege besucht.
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Das Jubiläumsjahr steht im Zeichen der Jubiläumspartner.
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Alle Sprecherinnen und Sprecher des Abends.
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Der Abend fand im Grand Hôtel Stockholm statt.
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Schwedens Finanzmarktminister über Deutschland: „Es gibt einen phänomenalen Innovations- und Ingenieursgeist“
06.02.2026
Im Grand Hôtel Stockholm eröffnete die Deutsch-Schwedische Handelskammer ihr Jubiläumsjahr zum 75-jährigen Bestehen. Der schwedische Finanzmarktminister Niklas Wykman betonte die Bedeutung Deutschlands für Schweden.
Am gestrigen Abend, dem 05.02.2026, machte die Deutsch-Schwedische Handelskammer mit dem Chariman’s Jubilee Reception den Auftakt für die Feier ihres 75-jährigen Bestehens. Knapp 170 Gäste kamen dabei im Grand Hôtel Stockholm in Blasieholmen zusammen – darunter verschiedenste Vertreterinnen und Vertreter großer deutscher und schwedischer Unternehmen wie Volvo und Siemens.
Eröffnet wurde der Abend von Jan Brockmann, seit 2023 Präsident der Deutsch-Schwedischen Handelskammer. Brockmann schaute dabei auf die Geschichte des deutsch-schwedischen Handels zur Hansezeit und die Gründung der Deutsch-Schwedischen Handelskammer in den Nachkriegsjahren. Er stellte mit Blick auf die Gegenwart fest: „Wir haben ein enormes Potenzial Technologien und Innovationen zusammen aufzubauen – basierend auf unseren gemeinsamen Werten. Lasst uns nicht das Momentum verlieren, sondern stattdessen fragen, wie deutsche und schwedische Geschäfte noch stärker ineinandergreifen können.“
„Eine enorme Kraft, einen Innovationsgeist“
Ähnliche Aussagen kamen vom schwedischen Finanzmarktminister Nyklas Wykman, der seine Rede auf Deutsch begann: „Um es einfach zu sagen: Deutschland ist für Schweden von großer Bedeutung. Unsere Länder sind politisch, kulturell und wirtschaftlich eng miteinander verbunden. Vor allem aber, sind wir Teil derselben Wertegemeinschaft.“ Wykman ging – seinem Ministerium treu bleibend – in seiner Rede vor allem auf den Kapitalmarkt ein – auf eine Vision eines sozial gerechteren Kapitalmarkts und eines solchen, der gegenüber Unternehmerinnen und Unternehmern offen ist. Die hohen Energiekosten und unnötige Bürokratie im Unternehmertum kritisierte der Minister und schaute dabei lösungsorientiert auf Deutschland als zentralen europäischer Player: „Auch wenn die letzten Jahre herausfordernd waren, gibt es eine enorme Kraft, einen Innovations- und einen phänomenalen Ingenieursgeist, der sich über alle 16 Bundesländer erstreckt.“ Wykman erklärte in diesem Zusammenhang auch, dass mehr Schwedinnen und Schweden Deutsch lernen sollten, da dies „die Beziehungen und den Handel zwischen den Ländern weiterhin vertieft.”
„Auch wenn die letzten Jahre herausfordernd waren, gibt es eine enorme Kraft, einen Innovations- und Ingenieursgeist, der sich über alle 16 Bundesländer erstreckt.“
Auch die Geopolitik berührte Wykman kurz, indem er die Unterstützung mit der Ukraine betonte und sagte, dass Europa gegenüber Zolldrohungen aus den USA wie auch gegen russische Aggressionen geschlossen auftreten müsse.
Im Gespräch mit der Dagens Industri-Journalistin Frida Wallnor ging Wykman auf die EU-Verbindung der beiden Länder Deutschland und Schweden ein, wobei Wykman die Wichtigkeit eines möglichst reibungslos interagierenden europäischen Kapitalmarkts für Unternehmen im Start-Up und Scale-Up-Bereich ansprach – ein Punkt, der sich auch in einer gemeinsamen Absichtserklärung der beiden Länder findet.
Dass die deutsch-schwedischen Wirtschaftsbeziehungen sehr aktiv sind, beleuchteten anschließend drei Gäste aus der deutschen und schwedischen Wirtschaft: Nusha Heit, CFO bei Siemens Nordics & Sweden, Claes Jerveland, CEO bei Volkswagen Group Schweden und Johan Svenningsson, CEO bei Uniper Schweden. Dabei ging der Blick auch über die beiden Länder hinaus und fiel auf Themen, die momentan die Weltwirtschaft und viele Unternehmen bewegen: Regularien, Talentsuche, Künstliche Intelligenz. Heit erwähnte, dass es Siemens in den nordischen Ländern gut gehe und Jerveland erwähnte, dass der Markt umkämpfter sei als zu früheren Zeiten, er aber froh sei, dass die Schwedinnen und Schweden weiterhin deutsche Autos kauften. Svenningsson sagte: „Wir setzen in Schweden momentan sehr auf Wasserstoff und E-Fuels.”
Diplomatie folgt auf die Wirtschaft
Der deutsche Botschafter in Schweden, Ludger Siemes rundete das Programm ab: „Die Botschaft und die Handelskammer haben einander immer als enge Partner betrachtet, die einander stärken.“ Er dankte in diesem Zusammenhang der Handelskammer für ihre Rolle in der Beziehung der beiden Länder: „Diplomatie folgt oft dort, wo wirtschaftliche Beziehungen bereits vorhanden sind“.
„Die Botschaft und die Handelskammer haben einander immer als enge Partner betrachtet.“
Der Geschäftsführer der Handelskammer, Ralph-Georg Tischer, betonte anschließend das Geschäftsmodell und den Auftrag der Handelskammer: sich weiterhin vollständig durch ihre eigenen Dienstleistungen zu finanzieren sowie die Stimme und Präsenz der Unternehmen auf dem deutsch-schwedischen Markt zu sein.