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Grundels energieeffiziente Fenster auf dem deutschen Markt

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Der hohe Bedarf an Energieeffizienzmaßnahmen in Deutschland wurde für das schwedische Unternehmen Grundels zur Chance. Heute realisiert das Unternehmen mit seinem Klimafenster Projekte auf dem deutschen Markt und wertet Zweifachfenster zu energieeffizienten Dreifachfenstern auf. Bei der Expansion nach Deutschland unterstützte die Deutsch-Schwedische Handelskammer.

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Lars Atterfors, Exportchef bei Grundels

Foto: Lars Atterfors

Das in Karlstad ansässige Unternehmen Grundels Fönstersystem AB, Mitglied der Deutsch-Schwedischen Handelskammer, hilft Gebäudeeigentümern dabei, ihren Energieverbrauch und ihren CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Dafür werden bestehende Fenster direkt vor Ort aufgerüstet, ohne den ursprünglichen Charakter des Gebäudes zu verändern. Die Idee entstand in den 1990er-Jahren, als Firmengründer Conny Grundel erkannte, dass es wenig sinnvoll ist, funktionstüchtige Fenster allein wegen ihrer Zweifachverglasung auszutauschen.

„Unsere Geschäftsidee baut darauf, Gebäude energieeffizienter zu machen und zugleich Lärm sowie andere Störeinflüsse zu reduzieren“, sagte Lars Atterfors, Exportchef von Grundels Fönstersystem AB.

Die zusätzliche Scheibe wird im Werk in Nyköping produziert und anschließend von innen an die vorhandenen Fenster montiert.

„Das ist deutlich günstiger als ein kompletter Fensteraustausch, und gleichzeitig bleibt die Optik des Gebäudes erhalten“, sagte Lars Atterfors.

Nachdem sich das Unternehmen auf dem schwedischen Markt etabliert hatte, begann es vor fünf Jahren, die Möglichkeiten einer internationalen Expansion auszuloten.

Vor welchen Herausforderungen standen Sie?

Lars Atterfors: Wir haben verschiedene Exportmärkte systematisch analysiert und bewertet. In Schweden sind wir gut aufgestellt und verfügen über die Ressourcen und die Zeit, uns neuen Märkten zu widmen. Schließlich sind wir bei Deutschland gelandet und haben das Angebot der Deutsch-Schwedischen Handelskammer und der schwedischen Energieagentur angenommen, an einem Accelerator-Programm teilzunehmen.

Unser Ziel war vor allem, den Markt besser zu verstehen. Nach den ersten Analysen und Gesprächen mit potenziellen Kunden wurde schnell klar, wie groß das Potenzial ist. Der deutsche Markt ist aus unserer Sicht äußerst interessant und deutlich größer als der schwedische. Während in Schweden seit vielen Jahren in Energieeffizienz und Fensterisolierung investiert wird, ist in Deutschland in diesem Bereich vergleichsweise weniger passiert.

Grundels nahm an der Swedish-German Cleantech Platform (SGCP) teil, einem Accelerator-Programm der schwedischen Energieagentur in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Schwedischen Handelskammer. Welche Unterstützung erhielten Sie?

Lars Atterfors: Die Unterstützung durch beide Organisationen war hervorragend. Nach Abschluss des Programms haben wir die Zusammenarbeit mit der Deutsch-Schwedischen Handelskammer fortgesetzt.

Die Handelskammer hat unsere Bedürfnisse genau verstanden und uns dabei geholfen, die richtigen Kontakte aufzubauen. Das Projektteam waren äußerst engagiert und hat uns mit den richtigen Personen in deutschen Organisationen vernetzt, die uns die Möglichkeit gaben, unsere Lösungen vorzustellen. Das war für unseren Markteintritt von großem Wert. Darüber hinaus erhielten wir Unterstützung bei praktischen Fragen rund um die Expansion, etwa bei Themen wie Steuern, Export und Buchhaltung.

„Die Handelskammer hat unsere Bedürfnisse genau verstanden und uns dabei geholfen, die richtigen Kontakte aufzubauen. Das Projektteam waren äußerst engagiert und hat uns mit den richtigen Personen in deutschen Organisationen vernetzt, die uns die Möglichkeit gaben, unsere Lösungen vorzustellen. Das war für unseren Markteintritt von großem Wert.“

Lars Atterfors, Exportchef

Was war das Ergebnis?

Lars Atterfors: Die Zusammenarbeit hat zu konkreten Geschäftsmöglichkeiten und Projekten in Deutschland geführt. Inzwischen verfügen wir über Referenzobjekte auf dem deutschen Markt und haben laufende Projekte, die zeigen, dass unsere Lösung auch für große Unternehmen interessant ist.

Unser Fokus liegt insbesondere auf Ostdeutschland, wo viele Gebäude einen erheblichen Bedarf an energetischer Sanierung haben. Nach dem Mauerfall wurden große Teile des Gebäudebestands mit neuen Zweifachfenstern ausgestattet. Danach gab es jedoch nur wenige weitere Investitionen in die energetische Verbesserung von Fenstern. Genau hier sehen wir großes Potenzial: Wir können dazu beitragen, diesen Gebäudebestand nachhaltiger zu machen und den Energieverbrauch deutlich zu senken. Die Rückmeldungen aus dem Markt sind bisher sehr positiv.

Infokasten Grundels Fönstersystem AB

Gegründet: 1982. Ab 1992 spezialisierte sich das Unternehmen auf Fenster. Bereits 1994 wurden Schallschutz und Energieeffizienz in die Planung integriert.

Hauptsitz: Karlstad, Schweden

Mitarbeitendenzahl: 45

Erfolg: Modernisierung von mehr als 650.000 Fenstern in Schweden.

Produktion: Produktion, Logistik und Montage laufen aus eigener Hand und in Eigenregie.

Besonderheit: Gewinner des Gasell-Preises der Wirtschaftszeitung Dagens Industri in den Jahren 2005 und 2006.

Über die Swedish-German Cleantech Platform

Das Unternehmensaccelerator-Programm Swedish-German Cleantech Platform (SGCP) wird von der schwedischen Energieagentur (Energimyndigheten) in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Schwedischen Handelskammer betrieben. Er unterstützt schwedische Cleantech-Unternehmen beim Markteintritt in Deutschland. Das Programm besteht seit zehn Jahren und hat sich als sehr erfolgreich erwiesen.
Weitere Informationen finden Sie hier.