Eine Collage aus drei Bildern: Eine neue Kleinkläranlage beim Einbau, ein umgebauter Dreikammerbrunnen, Firmenauto der Tysk Minireningsverk AB

Foto: Tyska Minireningsverk AB

Keinen Tropfen verschwenden – mit Tyska Minireningsverk

Nach dem extrem heißen und trockenen Sommer 2018 sind die Themen Wassermangel, Wassersparen und Wasseraufbereitung sowohl in Deutschland als auch in Schweden wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Die Tyska Minireningsverk AB aus dem südschwedischen Vollsjö bietet chemiefreie Wasser- und Abwasserlösungen, made in Germany, auf dem schwedischen Markt an. Geschäftsführer Dirk Lauer erklärt in unserem Interview, warum die Produkte des Unternehmens zum Beispiel für Ferien- und Sommerhäuser perfekt geeignet sind und wie er als Deutscher das Geschäftsumfeld in Schweden erlebt.

Deutsch-Schwedische Handelskammer: Sie vertreiben und installieren sogenannte Kleinkläranlagen, die Sie als einzigartig auf dem schwedischen Markt beschreiben. Wie unterscheiden sich Ihre Produkte von den Lösungen Ihrer Konkurrenten?

Dirk Lauer: Wir bieten als einziges Unternehmen auf dem schwedischen Markt eine sogenannte Phosphatfällung (fosfatfällan) an, die ganz ohne Chemie auskommt und das Abwasser im Tank reinigt. Dieses System haben wir selbst entwickelt und patentieren lassen.

Für wen sind Ihre Produkte vor allem interessant?

Für alle, die nicht ans kommunale Abwassernetz angeschlossen sind und entweder einen geschlossenen Septi-Tank oder einen nicht mehr genehmigten Dreikammerbrunnen haben. Die gesetzlichen Anforderungen sind in den letzten Jahren sehr viel höher geworden und viele Abwassersysteme entsprechen diesen nicht mehr. Außerdem wenden wir uns an Campingplätze, Sommerhaus-Siedlungen, Landgasthäuser sowie Häuser in empfindlichen Landschaften wie zum Beispiel im Fjäll. Wir bieten Lösungen für 2 bis 2.000 Personen. Geht nicht gibt’s nicht!

Wie sieht der Prozess aus, von Anfang bis Ende, wenn man eine Ihrer Kleinkläranlagen bei sich installieren möchte?

Wir besuchen den Kunden vor Ort, verschaffen uns einen Überblick und beraten dazu, welche Möglichkeiten es gibt. Hat der Kunde sich für uns entschieden, kümmern wir uns um die Genehmigung bei der zuständigen Gemeinde. Wenn diese da ist, bauen wir entweder einen bestehenden Dreikammerbrunen zu einer Kleinkläranlage um oder, falls das nicht möglich ist, installieren eine völlig neue Anlage. Wir organisieren alles vom Bagger bis zum Kies. Bei felsigem und schwierigem Gelände bieten wir überirdische Tanks an oder auch Sprengarbeiten.

Klima-, Umwelt- und Wasserfragen standen noch nie so stark im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit wie heute. Wie schätzen Sie mit Blick auf die steigenden Anforderungen in Sachen Umwelt die Zukunft Ihres Unternehmens und Ihrer Branche ein?
Nie war sauberes Wasser so wichtig wie heute! Wasser zu sparen, zu reinigen, wiederaufzubereiten und wiederzuverwenden wird immer wichtiger. Reines Trinkwasser ist ein wertvolles Gut, das noch viel zu viel verschwendet wird. Daher haben wir auch den Zweig Regenwasseraufbereitung mit in unser Programm aufgenommen. Als einzige Firma in Schweden sind wir nun in der Lage, Regenwasser in einer Zisterne zu sammeln und so aufzubereiten, dass es der europäischen Trinkwasserverordnung entspricht. Innovation und Technik treiben uns an.

Der Sommer steht vor der Tür und viele Schweden und Deutsche werden ihren Urlaub im Häuschen auf dem Land verbringen. Abgesehen von der Nutzung Ihrer Produkte, welche sind Ihre besten Tipps zum Wassersparen?
Den Spülkasten der Toilette auf 5 Liter stellen. Keinen einzigen Tropfen Wasser verschwenden beim Zähneputzen, Duschen usw. Mit dem Rest aus der Kaffeekanne die Blumen gießen. Nicht unter laufendem Wasser abspülen. In allen möglichen Gefäßen Regenwasser sammeln. Im Garten lieber wenige große als viele kleine Blumentöpfe aufstellen.

Sie stammen selbst aus Deutschland. Wie ist es, Unternehmer in Schweden zu sein? Wie erleben Sie das Geschäftsumfeld hierzulande?
Also eigentlich komme ich aus dem Saarland, was ja schon halb Frankreich ist… In Schweden ist vieles einfacher und unkomplizierter, zum Beispiel die Geschäftsabläufe. Als Unternehmer helfen moderne Bezahlmethoden wie Swish und Klarna enorm weiter, auch die Zusammenarbeit mit unserer Bank ist angenehm. Der schwedische Markt ist offener für neue Technologien und der Ruf von zuverlässiger deutscher Technik immer noch sehr gut. Es ist leicht, mit Schweden in Kontakt zu kommen und sie für neue Lösungen zu begeistern.

Welchen Nutzen ziehen Sie aus Ihrer Mitgliedschaft in der Deutsch-Schwedischen Handelskammer und unseren Dienstleistungen?
Die Verwendung des Mitgliedslogos der Deutsch-Schwedischen Handelskammer schafft Vertrauen und Sicherheit bei den Kunden. Wir lesen mit Interesse den Newsletter und nutzen die vielfältigen Informationen rund um Steuerrecht und Ähnliches.

 

In unserer Serie Mitglied des Monats treffen wir jeden Monat einen Vertreter eines unserer rund 1.150 Mitgliedsunternehmen, der uns einen Einblick in die Arbeit und aktuellen Aktivitäten des jeweiligen Unternehmens gibt.