Wirtschaftliche Dynamik gewinnt 2013 wieder an Fahrt

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Foto: Ola Ericson
Die weltwirtschaftliche Situation verlangsamt die wirtschaftliche Dynamik Schwedens. Deutschland bleibt weiterhin wichtigster Handelspartner für Schweden.

Stockholm (gtai) - Schwedens wirtschaftliche Dynamik hat in den letzten Monaten nachgelassen. Analysten rechnen 2012 mit einem Nullwachstum, das sich erst 2013 wieder in ein moderates Plus umkehren dürfte. Voraus ging ein beeindruckender Aufschwung in den zwei Vorjahren (6% realer BIP-Zuwachs 2010, 4% im Jahr 2011). Während 2012 nun die Privatinvestitionen schwächeln, sorgt die öffentliche Hand weiter für Großaufträge. Deutschland konnte 2011 seine Exporte nach Schweden auf Eurobasis um stolze 14% ausbauen.

Wesentliche Ursache für die Kehrtwende ist die Verlangsamung der Weltwirtschaft, die in diesem Jahr Wachstumsimpulse vor allem aus Amerika und Südostasien erhält. Beide Regionen zählen nicht zu den Hauptdestinationen schwedischer Exporte, die zu rund zwei Dritteln in andere europäische Länder gehen. Für deutsche Lieferanten bleibt das Land dennoch ein attraktiver Auslandsmarkt. Mit einem Anteil von 18% an den Importen war Deutschland 2011 wieder mit Abstand Schwedens wichtigstes Lieferland.

Die privaten Konsumausgaben, in den vergangenen zwei Jahren neben den Exporten noch wichtige Konjunkturstütze, dürften 2012 und 2013 nur noch minimal zunehmen. Trotz der zu erwartenden Verschlechterung der Arbeitsmarktbedingungen - die Arbeitslosenquote könnte bis Ende 2012 auf über 8% steigen - sagen Beobachter für beide Jahre einen realen Zuwachs der verfügbaren Einkommen der Privathaushalte um jeweils 2% voraus. Niedrige Ersparnisse einerseits und die relativ hohe Verschuldung des privaten Haushaltssektors andererseits erhöhen dessen Anfälligkeit gegenüber (Hypotheken-)Zinsänderungen und lösen eine stärkere Konsumzurückhaltung aus, wodurch sich mittelfristig Wachstumsrisiken ergeben können.

Dennoch blickten die Unternehmen im Frühjahr 2012 wieder optimistischer in die Zukunft als noch gegen Jahresende 2011. Der "Economic Tendency Indicator" des Konjunkturinstitutet stieg im März zum zweiten Mal in Folge, nachdem er in der 2. Hälfte des letzten Jahres kräftig verloren hatte. Besonders stark verbesserte er sich zuletzt im verarbeitenden Gewerbe, das stabile Produktionskennziffern und steigende Auftragseingänge verbucht. Die anziehende Nachfrage nach Wohnungen lässt zudem Bauunternehmen wieder mehr Hoffnung schöpfen, doch klagen diese zunehmend über Engpässe bei der Finanzierung neuer Bauvorhaben.

Generell stützen deutlich solidere makroökonomische Kennzahlen die schwedische Ökonomie, als es in den meisten anderen EU-Ländern der Fall ist. So lag etwa die Staatsverschuldung 2011 schätzungsweise bei nur etwa 36% des BIP und die Handelsbilanz wies ein Plus in Höhe von 2,4% des BIP auf. Ökonomen sehen 2012 und 2013 Spielraum für expansive Maßnahmen in Höhe von 10 Mrd. bis 15 Mrd. skr jährlich. Infolge des Beitritts zum EU-Fiskalpakt rechnen Beobachter aber damit, dass Schweden zur Stützung der Konjunktur seinen restriktiven fiskalpolitischen Pfad nicht verlassen wird.

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