Några elever sitter runt ett bord och diskuterar en skoluppgift tillsammans med en lärare.

Neue Initiative für mehr Deutsch an schwedischen Schulen

11.06.2018

Immer weniger schwedische Schüler lernen Deutsch. Dies beeinträchtigt die Zukunftschancen schwedischer Unternehmen in Deutschland, Europas größter Volkswirtschaft. Um den Abwärtstrend der deutschen Sprache in Schweden zu stoppen, rufen die Deutsch-Schwedische Handelskammer und die Deutsche Botschaft Stockholm nun Deutsch – Ditt val! ins Leben – ein Projekt, das Initiativen für mehr Deutsch an schwedischen Schulen finanziell unterstützen soll.

Das Thema Mehrsprachigkeit ist in Schweden derzeit in aller Munde. Fakt ist, dass immer weniger Schüler eine zweite Fremdsprache neben Englisch in der Schule erlernen und dass das Sprachangebot vielerorts schrumpft. Gründe dafür sind unter anderem der Mangel an Lehrkräften und zu geringe Schülerzahlen für einige der angebotenen Sprachen.

Die Zahlen für das Fach Deutsch sind besonders alarmierend. Vor 20 Jahren lernten 42 Prozent der schwedischen Schüler Deutsch in der 9-jährigen Grundschule. Heute liegt ihr Anteil bei nur noch 17 Prozent. In der nachfolgenden gymnasialen Oberstufe (Klasse 10-12) sieht es noch schlechter aus, dort sind es gerade einmal 3 Prozent.

Verglichen mit seinen skandinavischen Nachbarn steht Schweden schlecht da. In Dänemark lernen 81 Prozent der Grundschüler und 54 Prozent der Gymnasiasten Deutsch. In Norwegen liegen die Zahlen bei knapp unter 30 Prozent in der 8. Klasse der Grundschule und gut 15 Prozent in den weiterführenden Schulen ab der 10. Klasse.

Sprachkenntnisse wichtig für den Handel

Der Mangel an Sprachkenntnissen stellt ein Risiko für die Entwicklung des Handelsaustauschs der schwedischen Wirtschaft mit Deutschland, Schwedens mit Abstand größtem Handelspartner, dar. Zusammen mit der Sprache lernt man die Kultur eines Landes – und damit auch die Geschäftskultur – kennen. Wie Untersuchungen der Deutsch-Schwedischen Handelskammer zeigen, sind es gerade fehlende Kenntnisse der deutschen Geschäftskultur und Sprache, die verhindern, dass schwedische Unternehmen auf dem deutschen Markt noch erfolgreicher agieren.

Auch die Deutsche Botschaft verfolgt diese besorgniserregende Entwicklung seit Längerem und setzt sich fortwährend dafür ein, das Thema Mehrsprachigkeit und die deutsche Sprache in Schweden auf die Tagesordnung zu bringen.

Zusammen mit der Deutschen Botschaft startet die Deutsch-Schwedische Handelskammer nun das Projekt Deutsch – Ditt val! Schwedische Schulen sollen damit ermutigt werden, wieder verstärkt auf das Schulfach Deutsch zu setzen. Die Initiative wird die langjährigen Bestrebungen des Goethe-Instituts in dieser Frage ergänzen.

1,5 Millionen Kronen pro Schuljahr

Pro Schuljahr stellt die Handelskammer künftig 1,5 Millionen schwedische Kronen (ca. 150.000 Euro) für die Förderung von Deutschprojekten an schwedischen Schulen bereit. Beispiele für Aktivitäten, für die es finanzielle Unterstützung geben kann, sind Schüler- oder Lehreraustauschprogramme, Weiterbildungen für Lehrkräfte, Schulreisen nach Deutschland, die Anschaffung von Unterrichtsmaterialien, Inspirationsveranstaltungen für Schüler oder kulturelle Angebote an der Schule mit Fokus auf deutsche Sprache und Deutschland im Allgemeinen.

„Für die Wirtschaft sind ein hohes Sprachniveau sowie Kenntnisse der deutschen Geschäftskultur wichtig, um die guten Geschäftsbeziehungen nach Deutschland auch in Zukunft aufrechterhalten und weiter ausbauen zu können. Mit dieser Initiative folgen wir dem ausdrücklichen Wunsch unserer deutsch-schwedischen Mitgliedsunternehmen“, erklärt Staffan Bohman, Präsident der Deutsch-Schwedischen Handelskammer.

„Schweden ist ein Nachbarland von Deutschland. Es ist gut, dass das Fach Deutsch in schwedischen Schulen nun stärker gefördert wird, denn Schweden und Deutschland sind auch kulturell seit Jahrhunderten eng verbunden”, ergänzt Dr. Hans-Jürgen Heimsoeth, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Schweden.

Die Deutsch-Schwedische Handelskammer und die Deutsche Botschaft rufen nun alle interessierten Schulen in Schweden dazu auf, Bewerbungen auf finanzielle Mittel aus dem Projekt einzureichen. Bewerbungsschluss ist der 1. September 2018.

Weitere Informationen zum Projekt (auf Schwedisch) finden Sie hier.

Ansprechpartner

Aino Weber

Projektleiterin

Telefon

+46-8-665 18 61