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Konjunkturbarometer Dezember: Unternehmen gehen für 2018 von starker Entwicklung aus

13.12.2017

Die deutsch-schwedische Wirtschaft erwartet, dass sich der Handel zwischen Deutschland und Schweden im kommenden Jahr stärker entwickelt. Dies geht aus der neuesten Umfrage der Deutsch-Schwedischen Handelskammer unter Unternehmen auf beiden Seiten der Ostsee hervor. Mobilität der Zukunft, Energie- und Umwelttechnik, Digitalisierung der Industrie sowie IT-Fragen sind laut den Umfrageteilnehmern die Themen, zu denen ein verstärkter Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen den beiden Ländern besonders wertvoll wäre.

Sowohl in Deutschland als auch in Schweden herrscht bereits seit mehreren Jahren Hochkonjunktur und nach Ansicht der meisten Experten wird sich diese wohl auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Mit einer neuen Ausgabe des Konjunkturbarometers ermittelt die Deutsch-Schwedische Handelskammer nun erneut,  wie sich die Geschäfte im bilateralen Handel momentan entwickeln und wo es Möglichkeiten für einen noch intensiveren Austausch zwischen den Partnern gibt.

Was die gegenwärtige Entwicklung des Handels zwischen den beiden Ländern angeht, ist das Bild, das die Teilnehmer der aktuellen Umfrage zeichnen, nicht ganz so positiv, wie man es angesichts der guten konjunkturellen Lage hätte erwarten können. Bei den Antworten auf die Frage „Wie entwickeln sich zurzeit die Geschäfte Ihres Unternehmens zwischen Deutschland und Schweden?“ ergab sich, sowohl in der deutschen als auch der schwedischen Umfrage, der Mittelwert 3,4 (Skala 1-5; 5 = sehr gut).

„44 Prozent der Teilnehmer in Deutschland und Schweden geben der eigenen Geschäftslage auf dem schwedischen bzw. deutschen Markt eine der beiden Höchstnoten. Das ist gewiss keine schlechte Zahl. Gleichzeitig vermelden jedoch 42 Prozent der Befragten – rein zufällig ein genau gleich großer Anteil in sowohl der deutschen als auch der schwedischen Umfrage – ein derzeit nur zufriedenstellendes Geschäftsvolumen. Jedes siebte Unternehmen gibt sogar an, dass die Entwicklung auf dem jeweils anderen Markt einiges zu wünschen übrig lässt – und dies trotz recht günstiger makroökonomischer Voraussetzungen in beiden Ländern“, kommentiert Hubert Fromlet, Senior Advisor der Deutsch-Schwedischen Handelskammer und affiliierter Professor an der schwedischen Linné-Universität, der die Ergebnisse analysiert hat.

Schwedische Unternehmen optimistischer

Unterschiede zwischen den Umfrageteilnehmern aus Schweden und Deutschland zeigen sich bei der Prognose für die eigene Geschäftsentwicklung in den kommenden 12 Monaten. Die Unternehmen mit Sitz in Schweden sind beim Blick auf 2018 deutlich optimistischer als ihre deutschen Kollegen. Fast 42 Prozent der schwedischen Teilnehmer gehen von einer stärkeren Entwicklung im nächsten Jahr aus, gut die Hälfte von einer unveränderten. Verglichen damit glauben nur gut ein Viertel der Befragten aus Deutschland an bessere Zeiten im Jahr 2018, 62 Prozent hingegen an keine wesentliche Veränderung der Lage.

Geschäftsaussichten für 2018

„Die befragten schwedischen Unternehmen haben erfreulicherweise eine positive Sichtweise, was ihre Geschäftsaussichten auf dem deutschen Markt 2018 anbetrifft. Derzeit scheint es, als ob die befindlichen Risiken die Geschäftserwartungen nicht nennenswert beeinflussen. Die Ursachen für die etwas zurückhaltenderen Aussagen der deutschen Unternehmen in Sachen geschäftliche Entwicklung in Schweden sind hingegen nicht ganz deutlich. Möglicherweise hängen sie mit der unsicheren Lage vor den schwedischen Wahlen 2018 oder der Unsicherheit auf dem schwedischen Wohnungsmarkt zusammen“, vermutet Hubert Fromlet.

Mehr Austausch in Zukunftsfragen

Eine weitere Frage in der aktuellen Umfrage dreht sich um den Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Deutschland und Schweden und darum, in welchen Bereichen die Unternehmen gerne mehr davon sehen würden. Bei den Teilnehmern mit Sitz in Schweden kreisen die meisten der Antworten auf diese Frage um die Energie- und Umwelttechnikbranche, die Mobilität der Zukunft, die Digitalisierung der Industrie, IT und Life Sciences. Das Ergebnis der deutschen Umfrage ähnelt dem der schwedischen. Hier liegen Mobilität und Industrie 4.0 an der Spitze, gefolgt von Energie- und Umwelttechnik, IT sowie Bau und Stadtentwicklung.

„Die Unternehmen stellen Themen in den Vordergrund, in denen sowohl Deutschland als auch Schweden bereits heute stark sind, es aber auch gute Möglichkeiten für einen wachsenden Austausch und eine vertiefte länderübergreifende Zusammenarbeit gibt. Diese wollen wir mit unserer bilateralen Innovationsplattform German Swedish Tech Forum ermöglichen und unterstützen, welche wir seit der Eröffnung durch Angela Merkel und Stefan Löfven im Januar in Kooperation mit IVA betreiben und in deren Rahmen wir in diesem Jahr 13 fruchtbare Aktivitäten mit etwa 700 Teilnehmern durchgeführt haben. Die Umfrageergebnisse geben uns nun einen Fingerzeig, in welchen Bereichen von den Unternehmen noch mehr deutsch-schwedischer Erfahrungs- und Wissensaustausch gewünscht wird“, sagt Ralph-Georg Tischer, Geschäftsführer der Deutsch-Schwedischen Handelskammer.

Steuerfragen ganz oben auf der Wunschliste

Abschließend erhielten die Unternehmen in beiden Ländern noch die Frage, welche wirtschaftspolitischen Veränderungen so bald wie möglich in die Tat umgesetzt werden sollten. Hier nannten die Teilnehmer zahlreiche unterschiedliche Themen. Viele der Antworten der schwedischen Unternehmen drehen sich um Steuer- (Steuersenkungen, einfacheres Steuersystem, stabilere Regeln usw.) oder Bürokratiefragen (einfachere und unternehmensfreundlichere Regelungen) sowie, etwas allgemeiner, um den Wunsch nach einer stabilen neuen deutschen Bundesregierung. Diese Themen standen auch bei vielen deutschen Teilnehmern im Mittelpunkt. Hinzu kommt bei den Unternehmen mit Sitz in Deutschland noch die Währungsfrage mit dem Wunsch einer schwedischen Einführung des Euro.

„Die Antworten der Umfrageteilnehmer zeigen, dass es noch immer viele Bereiche gibt, in denen die Politik in Deutschland und Schweden Unternehmen das Leben leichter machen und mehr grenzüberschreitenden Handel und Wachstum ermöglichen kann. Wir helfen Exportunternehmen, die verschiedenen Hürden, die auf dem schwedischen oder deutschen Markt auftauchen können, zu überwinden, und unterstützen sowohl in der Etablierungsphase als auch bei der späteren Geschäftsentwicklung", schließt Ralph-Georg Tischer ab.

Das Deutsch-Schwedische Konjunkturbarometer ist eine Umfrage der Handelskammer unter deutschen und schwedischen Unternehmen zu den Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern und weiteren, damit verbundenen Themen. Die aktuelle Umfrage wurde zwischen 22. November und 2. Dezember 2017 durchgeführt. 217 deutsche und schwedische Unternehmen nahmen dieses Mal teil. Für jeden Umfrageteilnehmer spendet die Deutsch-Schwedische Handelskammer 10 Kronen an die schwedische Sektion der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Läkare utan gränser).

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