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Deutsch-Schwedisches Talentprogramm: Erste Stipendien vergeben

04.03.2016

Das Talentprogramm der Deutsch-Schwedischen Handelskammer ist erfolgreich angelaufen. Die ersten beiden Studenten befinden sich bereits in Deutschland und zwei weitere Talente sind auf dem Weg zu den ausgewählten Partnerunternehmen SAP, Volvo und Volkswagen.

Um den personellen Austausch zwischen Schweden und Deutschland zu intensivieren und die Mitgliedsunternehmen bei der langfristigen Sicherung von Fachkräften aus beiden¨ Ländern zu unterstützen, hat die Handelskammer 2015 das Deutsch-Schwedische Talentprogramm ins Leben berufen. Mit exklusiven Partnern aus Wirtschaft und Bildung ist das Programm nun gestartet.

Vier Masterstudenten in Praktika vermittelt

Nach einem intensiven Auswahlverfahren aus rund 20 Bewerbungen von Masterstudenten der Technischen Hochschule Chalmers, Handelshochschule Göteborg sowie der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm ist die Wahl auf vier schwedische Talente gefallen. Diese brachten neben sehr guten Studienleistungen auch die angeforderten deutsche Sprachkenntnisse mit. Nun erfuhren wir, weshalb sie sich für Deutschland interessieren und welche Erwartungen sie an das Talentprogramm und ihre Praktika knüpfen.

Jakob Ekermo

Jakob Ekermo, 23 Jahre alt, macht gerade seinen Master in Applied Mechanics an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg. Von Februar bis Juni absolviert er nun ein Praktikum im Bereich Technology Platform, Mechanical Engineering bei der Volvo Construction Equipment Germany GmbH im rheinland-pfälzischen Konz. „Als Maschineningenieur und großer Autofan bewundere ich natürlich die deutschen Automarken. Jetzt wo ich ein Praktikum in einem Unternehmen mit schwedischen Wurzeln absolviere, erkenne ich, dass Deutschland und Schweden ähnliche Werte teilen und sich mental nahe sind“, sagt Jakob. Vor etwa einem Monat begann er sein Praktikum bei Volvo. „Ich erwarte etwas ganz anderes als Hochschulpunkte, nämlich die Chance, meine theoretischen Kenntnisse in der Praxis anzuwenden und vor allem zu lernen, mit welchen Werkzeugen ein Ingenieur an einem so angesehenen Arbeitsplatz wie Volvo arbeitet.“

Adnan Habibija

Adnan Habibija ist gerade 23 geworden und studiert an der Göteborger Handelshochschule. Mit einem baldigen Master im Bereich Finanzen ist er beim Softwarekonzern SAP in der Finance-Abteilung bestens aufgehoben. „Nach den drei Monaten bei SAP erhoffe ich mir, als Person zu wachsen sowie Kenntnisse mitzunehmen, wie Führungskräfte in großen, multinationalen Unternehmen ihre Finanzfragen angehen.“ Ein Leben in Deutschland ist für den jungen Studenten definitiv eine Alternative: „Ganz abgesehen von den hervorragenden Karrieremöglichkeiten bietet Deutschland mit seiner tollen Lage und guten Infrastruktur tolle Optionen, unterschiedliche Kulturen in ganz Europa kennen zu lernen. Das hat mich von Kindesbeinen an fasziniert."

Britta Claesson

Das dritte Talent ist Britta Claesson. Die ebenfalls 23-Jährige wird als Praktikanten bei SAP vier Monate in der Abteilung ICN ICP Healthcare & Life Sciences arbeiten. Dies passt ausgezeichnet in ihre Studienwahl der Biotechnologie an der Technischen Hochschule Chalmers. „Bioinformatik ist ein spannendes Themenfeld und ich freue mich darauf, die Schulbücher liegen zu lassen und endlich meinen Job erleben zu können. Ich bin sehr neugierig auf meine Arbeitsaufgaben“, sagt Britta, die am 1. April im SAP-Unternehmenssitz in Walldorf starten wird. Mit deutschsprachigen Verwandten fiel die Wahl auf Deutsch als Fremdsprache nicht schwer. Nach einem Austauschsemester in München mag sie in Deutschland „vor allem alle Möglichkeiten, die es dort gibt. Deutschland hat so viele große Städte und Arbeitsmöglichkeiten. Ich bin der deutschen Kultur mit allem, von deren Geschichte zu Essen, Bier und all den tollen Schlössern und Altbauten, verfallen.“

Das vierte Talent möchte unter Berücksichtigung der eigenen Privatsphäre nicht online in Erscheinung treten.

Deutsch als entscheidender Karrierefaktor

Alle Talente sind der Meinung, dass unbedingt mehr junge Schweden die Entscheidung treffen sollten Deutsch zu lernen. Jakob findet, „dass das Interesse größer sein sollte, da es sich um eine Karrierefrage handeln kann. Und ohne Zweifel ist Deutsch in meinem Ingenieursberuf die brauchbarste Sprache von allen.“ Britta teilt ebenfalls die Einsicht erfolgreicher Karrierechancen mit Deutsch als Fremdsprache: „Deutschland ist groß und mit rund 80 Millionen Einwohner ist es von großem Vorteil, in der Landessprache mit den Menschen kommunizieren zu können.“

Adnan ergänzt, dass „alle Sprachen, die man lernt, Türen öffnen. Deutschland ist jedoch Schwedens größter Handelspartner und gute Deutschkenntnisse können ein ausschlaggebender Erfolgsfaktor für die spätere Jobauswahl sein.“

 

Das Talentprogramm der Deutsch-Schwedischen Handelskammer geht Anfang Mai in die nächste Runde. Es wird dann neben schwedischen Studenten auch eine Auswahl Studenten von unseren Partneruniversitäten in Deutschland geben, die ein Praktikum in Schweden antreten sollen. Haben Sie als Mitgliedsunternehmen Interesse als Partnerunternehmen mitzuwirken? Dann kontaktieren Sie die Projektleiterin Franziska Anderson für weitere Informationen.

 

Ansprechpartner

Franziska Anderson

Projektleiterin

Telefon

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