Volvo hat Umwelt im Fokus

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Olof Persson. Foto: Linus Hallgren
Angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel und des Bestrebens, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren, tätigt der schwedische Konzern Volvo maβgebliche Umweltinvestitionen.

„Unsere Strategie sieht jedoch nicht vor, uns von lediglich einer technischen Alternative abhängig zu machen, sondern Volvo wird in gleich mehreren unterschiedlichen Bereichen seine Kompetenzen zum Tragen bringen, angefangen bei Bio-Brennstoffen bis hin zum Naturgas für die Elektrifizierung“, erklärte Volvo-Konzernchef Olof Persson in seiner Rede auf der Jahrestagung der Deutsch-Schwedischen Handelskammer am 19. April 2012.

Seit Ende der 1990er Jahre wurden innerhalb des Konzerns umwälzende Veränderungen vorgenommen.  Nach dem Verkauf des ursprünglich zum Kerngeschäft dazugehörigen PKW-Herstellers Volvo Personvagnar an Ford im Jahr 1999 führte Volvo umfassende Umstrukturierungen durch und ist heute einer der weltweit führenden Hersteller von Lastkraftwagen, Bussen, Baumaschinen und Motoren, sowie von Antriebssystemen für Schifffahrt und Industrie und für Triebwerksysteme für die Raumfahrt. Die Volvo-Unternehmensgruppe beschäftigt derzeit circa 115.000 Mitarbeiter weltweit, betreibt Produktionsanlagen in 20 Ländern und exportiert in mehr als 190 Märkte.

Europa und Nordamerika sind traditionell feste Gröβen; den entscheidenden Zuwachs in jüngster Zeit konnte man jedoch auf den immer mehr an Einfluβ gewinnenden Märkten in Osteuropa, Südamerika und Asien beobachten. 2011 machten die Märkte auβerhalb Westeuropas und Nordamerikas bereits 49 Prozent des Umsatzes aus, verglichen mit nur 17 Prozent noch vor zehn Jahren.

”In Südamerika und Asien haben wir hervorragende Exportergebnisse und verzeichnen einen Anstieg der Verkaufszahlen um 575 beziehungsweise 736 Prozent innerhalb nur eines Dezenniums. Wir sind dort in mehreren Ländern Marktführer“, betonte Persson.

Diese gewaltige Expansion basiert sowohl auf organischem Wachstum, auf Übernahmen als auch auf  strategischen Bündnissen. So hat Volvo beispielsweise in Indien, zusammen mit der Eicher Motors Ltd., das Gemeinschaftsunternehmen VECV (Volvo Eicher Commercial Vehicles) gegründet.

”Die lokale Präsenz ist wichtig und Volvo ist inzwischen auf etlichen Märkten beheimatet, was lokale Produktion und Entwicklung anbelangt. Beinahe die Hälfte an Forschung und Entwicklung findet auβerhalb Schwedens statt. In China sind wir zum Beispiel gerade dabei, ein Entwicklungszentrum für Baumaschinen zu errichten, das dann vollends in die übrigen Forschungszentren weltweit integriert werden wird“, so Persson.

Regionale Unterschiede bei der Wahl von Treibstoffen
Die drei Kernwerte des Volvo-Konzerns sind Qualität, Sicherheit und Umweltschutz. In allen drei Bereichen ist das Investitionsvolumen enorm, um den Herausforderungen des Klimawandels begegnen zu können und die Umstellung von fossilen auf alternative Brennstoffe voranzutreiben.

”Nicht zuletzt im Hinblick auf bestehende regionale Unterschiede  wäre es jedoch verfrüht, zu sagen, welche Technologie am Ende die Fahrzeugindustrie dominieren wird. In Nordafrika richtet man den Fokus auf Naturgas, in Europa setzt man auf Biokraftstoffe und in Asien auf Elektrifizierung. Aus diesem Grunde dürfen wir keinesfalls eingleisig fahren, sondern müssen unsere Kompetenzen in mehreren, unterschiedlichen Bereichen zum Tragen bringen. Unabhängig davon, welche Richtung dann letztendlich eingeschlagen wird, wird der Volvo-Konzern gut gerüstet sein“, betonte Person.

Mit einem Nettoumsatz von 310 Milliarden Kronen wurde das Jahr 2011 für den Volvo-Konzern zu einem Rekordjahr. Das Unternehmensergebnis belief sich auf 26,9 Milliarden Kronen und der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT)  auf 8,7 Prozent. Trotz dieser Erfolge arbeiten wir daran, noch bessere Ergebnisse zu erzielen, u.a. durch die  Anfang  dieses Jahres eingeleiteten strategischen Weichenstellungen.

”Für ein Unternehmen, das sich zurücklehnt, kann dies fatale Folgen haben. Es gilt, immer neue Wege zu gehen und neue Herausforderungen in Angriff zu nehmen, um nicht Stagnation und Rückschritt zu riskieren.“

Positionierung der Marke entscheidender Punkt
Bevor Persson am 1. September vergangenen Jahres das Amt des Volvo-Konzernchefs formell antrat, war er weltweit unterwegs gewesen, um bei Gesprächen mit Volvo-Mitarbeitern eine Grundlage für die zukünftige Fahrtrichtung einzuholen.

”Wo immer ich war, stellte ich die Frage nach Verbesserungswürdigem. Für fast alle, mit denen ich sprach, war die Positionierung der Marke ein ganz entscheidender Punkt.“

Innerhalb des Konzerns gibt es heute eine breite Palette unterschiedlicher Marken wie Volvo, Renault, UD Trucks, Mack, Eicher, SDLG, Prevost und Nova Bus, die allesamt unterschiedliche Zielgruppen und unterschiedliche Märkte bedienen.

„Bei der jetzt begonnenen Arbeit geht es vor allem darum, uns das globale Potential unserer Produkte und Marken noch besser zu Nutze zu machen und die Effektivität des Konzerns zu verbessern“, erklärte Olof Persson. „Auch angesichts der vor uns liegenden groβen Herausforderungen bin ich davon überzeugt, dass es möglich ist, die Verkaufszahlen weiter zu erhöhen und die Rentabilität noch zu verbessern“, versicherte Persson.

 

 

Bilder: Volvo AB