Schwedische Tourismusregionen verfolgen Ausbauvorhaben

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Foto: Henrik Trygg / Imagebank Sweden
Öffentliche Fördermittel zur Entwicklung neuer Reiseziele

Stockholm (gtai) - Mit dem "Master Plan 2025" hat sich Schwedens Tourismusbranche 2009 ehrgeizige Ziele gesetzt. Danach soll das Land im Jahr 2025 zu den fünf attraktivsten Reisedestinationen der Welt gehören. Doch ist die Branche seitdem nicht so stark gewachsen, wie erhofft. Neben den überregionalen Infrastrukturprojekten haben aber zahlreiche schwedische Tourismusstandorte eifrige Ausbaupläne, die deutschen Anbietern Zulieferchancen eröffnen. (Kontaktanschriften)

Schwerpunkte im Ausbau des Tourismusstandortes Schweden setzt der "Master Plan 2025" unter anderem bei der Infrastruktur, im Ökotourismus und im Marketing. So will die schwedische Eisenbahn SJ bis 2018 ihr Schienennetz zwischen den Großstadtregionen Malmö, Göteborg und Stockholm für Hochgeschwindigkeitszüge ausbauen. In diesem Zusammenhang ist in den nächsten Jahren auch mit entsprechenden Fuhrpark-Ausschreibungen zu rechnen. Fernerhin will SJ Nachtzüge von Hamburg, Berlin und Brüssel nach Schweden einsetzen und das Dienstleistungsangebot erweitern, unter anderem für Fahrradmitnahmen.

Die Tourismusbranche des nordischen Landes will noch stärker als bisher auf den Ökotourismus setzen. Das von den schwedischen Verbänden für Ökotourismus und Naturschutz sowie der Tourismusorganisation "VisitSweden" initiierte Gütesiegel "Naturens Bästa" (http://www.naturensbasta.se) haben bereits fast 200 Reiseangebote von knapp 90 Anbietern erhalten. Dabei legen die Veranstalter viel Wert auf den Einsatz lokal hergestellter Erzeugnisse, vor allem bei Lebensmitteln.

Auf den Gastronomiebereich zielt auch die Initiative des Landwirtschaftsministeriums ab, Schweden verstärkt als "matland" ("mat" = Essen) zu positionieren. Das Land verfügt zwar schon heute über hervorragende Restaurants und Gasthäuser, doch kaum im mittleren und niedrigen Preissegment. Beispielsweise sollen Raststätten ("vägkrogar") an größeren Straßen, die dort allgemein keinen guten Ruf genießen, künftig nicht nur preiswerte und gute Gerichte, sondern gleichzeitig auch Lebensmittel zum Verkauf anbieten.

Um maßgeschneiderte Reiseangebote für ausgewählte Zielgruppen zu erstellen, werden Touristen unter anderem nach soziodemografischen Gesichtspunkten segmentiert. Als die vier wichtigsten haben sich dabei in Schweden die Gruppen DINK ("Double Income, No Kids"), WHOP (Wealthy Healthy Older People"), "Corporate Meetings" und "Active Family" herauskristallisiert. So gibt es für die ersten beiden spezielle "City Break"-Angebote, die sie zum Beispiel im Rahmen ihrer Ski- oder Naturreisen nutzen können. Nachdem infolge der Wirtschaftskrise die Besucherzahlen vor allem aus den USA und Japan zurückgegangen sind, setzt Schweden verstärkt auf Touristen aus dem Nahbereich, vor allem aus Deutschland, Norwegen und Dänemark. Immer mehr Besucher kommen aus Polen und Russland.