Nachhaltigkeit roter Faden für Bayer

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Foto: Bayer MaterialScience AG
Multivitamine und Gartenprodukte sind die Produktgruppen, in denen Bayer die größten Zuwächse auf dem schwedischen Markt verzeichnet.

Über Bayer

Das Unternehmen ist in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und hochtechnologisierte Materialien tätig. Im Jahr 2011 beschäftigte es rund 112 000 Arbeitnehmer und erzielte einen Umsatz von 36,5 Milliarden Euro. Die Arbeit von Bayer teilt sich in drei Geschäftsbereiche auf: Bayer HealthCare, Bayer CropScience und Bayer MaterialScience. Letztes Jahr investierte das Unternehmen 2,9 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. Der Bayer-Konzern engagiert sich besonders in Fragen zur nachhaltigen Entwicklung und sieht sich als ein Akteur mit sozialer und ethischer Verantwortung. Die Bayer AG hat ihren Hauptsitz in Leverkusen.

Aber wussten Sie, dass die Erzeugnisse von Bayer auch in der Automobil- und Flugzeugindustrie sowie in der jetzt laufenden Fußball-EM Verwendung finden?

Die Redaktion konnte den Geschäftsführer der schwedischen Bayer AB, Thorsten Gerdau, zum Thema Nachhaltigkeit seines Unternehmens befragen. Bayer ist eines der Gründungsmitglieder der Deutsch-Schwedischen Handelskammer und inzwischen eines von insgesamt 21 Premiumpartnern.

Die Geschäftsbereiche von Bayer umfassen Gesundheit, Ernährung und hochtechnologisierte Materialien. Im Jahr 2011 beschäftigte der Konzern etwa 112 000 Mitarbeiter weltweit und erzielte einen Umsatz von rund 36,5 Milliarden Euro.

Thorsten Gerdau, welcher  Geschäftsbereich von Bayer wächst auf dem schwedischen Markt besonders stark?
Die Sparten Consumer Care mit der Vitaminkombination Berocca und Bayer Garden verzeichnen derzeit die gröβten Zuwächse in Schweden. In diesem Jahr bringen wir eine neue organische Pflanzenschutzserie, Natria, auf den Markt. Auch in den Bereichen Kardiologie, Onkologie und Augenheilkunde werden wir in diesem Jahr neue Präparate lancieren.  Der Bedarf an neuen Behandlungsmethoden in diesen Bereichen ist groß. Wir haben gute  Wachstumsaussichten.

Bereits heute gehören chemische Erzeugnisse zu den wichtigsten deutschen Exportgütern nach Schweden. Der schwedische Markt hierfür soll sich in den kommenden 20 Jahren sogar verdoppeln. Wie meistern Sie, im Hinblick auf die stetig steigenden Rohstoffpreise, die wachsende Nachfrage nach Ihren Produkten?
Zurzeit exportiert Bayer keine größeren Mengen nach Schweden. Ich habe keine Sorge, was die Verkaufszahlen anbelangt,  da wir stets darum bemüht sind, den Anteil verschiedener Substanzen gering zu halten und die Produktionsprozesse zu optimieren. Dadurch können wir mit weniger Rohstoffen mehr produzieren und die Produktionskosten geringhalten.

Klimaschutz und Chemie gehen wunderbar zusammen. Für unsere chemischen Erzeugnisse gilt grundsätzlich, dass sie dreimal so viel CO2-Ausstoß  vermindern wie ihre Produktion erzeugt. Unser Ziel ist es, den CO2-Ausstoß in unseren Produktionsanlagen bis 2020 um 40 Prozent zu verringern!

Immer mehr Hersteller und Verbraucher stellen steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit im UmweltbereichWie begegnet Bayer dieser „grünen“ Entwicklung?
Unsere Aktivitäten sind darauf ausgerichtet, maximalen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Nutzen für unsere Kunden und unsere Gesellschaft zu erzielen. Dies erreichen wir durch innovative Produkte, durch effektive und verantwortungsbewusste Nutzung der Ressourcen unserer Umwelt sowie durch unser weltweites Engagement für gute Arbeitsbedingungen und Menschenrechte. Wir bemühen uns ständig die Auswirkungen unseres wirtschaftlichen Handels auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten oder sogar ins Positive zu drehen. Wir wollen täglich ein wenig besser werden, so dass wir selbst und unsere Kunden durch die Nutzung von Bayer Produkten und Dienstleistungen zum Klima- und Naturschutz beitragen. Das hat Folgen auf alle internen Prozesse, „grüne Mietverträge“, energieeffiziente Dienstwagen gehören etc. gehören in allen Bayerniederlassungen weltweit zum Standtard.

Vor einigen Jahren hat Bayer Healthcare das skandinavische Hauptbüro nach Stockholm verlegt. Welchen Einfluss hat die Schließung der Forschungsabteilung Astra Zenecas in Södertälje auf Bayer? Verliert Stockholm als Pharmacluster an Bedeutung?
Es ist sicherlich wichtig für ein Land, über eine starke und dynamische Arzneimittelforschung zu verfügen. In erster Linie ist es für die regionale Versorgung neuer Arzneien wichtig, es ist aber auch für die gesamte Wirtschaft in der Region von Bedeutung. Die Zusammenarbeit zwischen Bayer und den Universitätskliniken hat sich als wichtiger Wachstumsfaktor erwiesen. Wir haben in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung beobachten können, die gute Bedingungen für Kooperationen auf fachlich hohem Niveau gewährleistet.

Die meisten von uns haben sicherlich schon mal Produkte von Bayer aus den Bereichen Arzneimittel oder Unkraut- und Schädlingsbekämpfung gekauft. Sie entwickeln aber auch Material für Elektromobilität und energieeffiziente Gebäude. Gibt es ein weiteres, für Bayer interessantes Gebiet über das Sie berichten möchten?
Im Transportsektor stellen wir Materialien für den Leichtbau her, um so die Umweltbeeinflussung zu vermindern. Gegenwärtig arbeiten wir an einem spannenden Projekt, bei dem wir leichte Materialien für das Flugzeug „Solar Impulse“ entwickeln. Es soll lediglich mit Solarenergie fliegen. Bereits Anfang Juni war das Flugzeug auf der Strecke Schweiz – Marokko unterwegs. Auch Windkraftwerke werden mit Materialien von Bayer betrieben. In Dänemark haben wir eine große Forschungsabteilung und sind an einer internationalen Zusammenarbeit in bezug auf den Ausbau der Windenergie beteiligt zu entwickeln (und zu verbessern).

Ganz aktuell sind wir derzeit bei der Fuβball-EM zu sehen. Bayer arbeitet seit mehreren Jahren mit Adidas zusammen, um Fuβballmaterial, das bei internationalen Meisterschaften zum Einsatz kommt, weiterzuentwickeln.

 

Profil
Familie
: Frau und zwei Kinder, 6 und 8 Jahre alt
Wohnort: Viggbyholm in Täby, Stockholm
In Ihrem Ipod: Ich habe immer mein Blackberry dabei
Bester Gesundheitstipp: Regelmäßige Bewegung!
Mag am meisten an Schweden: Die Balance zwischen Arbeit und Freizeit
Lieblingsort in Deutschland: Das gesamte Moseltal – zum Beispiel mit dem Fahrrad die Weingüter der Region besuchen und dabei die Natur genießen