Handelsbarrieren bremsen schwedischen Außenhandel

in
Foto: Cecilia Larsson/Image Bank Sweden
Das Schwedische Zentralamt für Außenhandel hat untersucht, welche Faktoren den Außenhandel schwedischer Unternehmen abbremsen. In der Aufstellung über nicht ganz unproblematische Märkte nahm Deutschland hinter Italien den zweiten Platz ein.

IKEA, Volvo und H&M sind namhafte schwedische Konzerne, die weltweit exportieren. Für Schweden ist der gemeinsame Markt der Europäischen Union mit dessen 27 Mitgliedsstaaten und 500 Millionen Einwohnern der wichtigste Markt. Nicht wenige schwedische Unternehmen sind dennoch der Auffassung, dass ihre Handelsbeziehungen innerhalb der EU nach wie vor durch Barrieren erschwert werden. In der Aufstellung über nicht ganz unproblematische Märkte nahm Deutschland hinter Italien den zweiten Platz ein.

Vor allem kleine Dienstleistungsunternehmen und Unternehmen innerhalb der chemischen Industrie heben Deutschland als problematischen Markt hervor. Einschränkend bemerkt das Schwedische Zentralamt für Außenhandel jedoch, dass diese Reihenfolge lediglich diejenigen Märkte widerspiegele, auf denen Unternehmen mit umfangreichen kommerziellen Interessen gleichzeitig auf spezifische Probleme stoßen würden. Zudem durfte als Antwort lediglich ein Land angegeben werden. Frankreich und Deutschland fanden sich aus diesen Gründen relativ weit vorne wieder, obwohl die Probleme in anderen EU-Ländern objektiv gesehen größer seien.

Das Schwedische Zentralamt für Außenhandel (Kommersmyndighet) hat untersucht, welche Faktoren es sind, die den Außenhandel schwedischer Unternehmen unter Umständen abbremsen. Grundlage der Untersuchung war eine Befragung verschiedener schwedischer Unternehmen von Ende 2009. Befragt wurden insgesamt 983 Unternehmen unterschiedlicher Größe und aus unterschiedlichen Branchen. 809 dieser 983 Unternehmen waren im Außenhandel tätig, die restlichen Unternehmen wurden dazu befragt, was sie am Außenhandel hindert.

Als die größten Probleme im Außenhandel identifizierten schwedische Unternehmen langsame Zollabfertigung sowie hohe Zölle. Außerdem finden es die Unternehmen beschwerlich, sich damit befassen zu müssen, welche Regeln im jeweiligen Exportland gelten. Außerdem wurden Importlizenzen und andere Genehmigungen, Produktanpassungen und Forderungen nach Zertifikaten, aber auch Korruption genannt.

Auch beim Import stoße man nach wie vor auf Handelsbarrieren, ergab die Untersuchung. Angeführt wurden zum Beispiel hohe EU-Zölle, technische Handelshemmnisse, Maßnahmen gegen Dumpinglöhne und Quoten, Informationen, welche Regeln für den Import in die EU gelten sowie ökologische Ansprüche der EU.

Auf die Frage „in welche Formen der Exportförderungen sollte Schweden intensivieren?“ antwortete jedes sechste schwedische Unternehmen, dass es praktische Unterstützung sowie Export- und Importberatung benötige. Jedes zehnte Unternehmen sucht Informationen, ein Netzwerk und Aus- und Weiterbildung. Viele wünschen sich auch die Wiedereinführung der Dienstleistung „Rent an Exportmanager“, die einen bestens mit Land, Leuten und Kultur vertrauten Exportmanager beinhalten würde, der mit einem über Jahre gewachsenen Netzwerk zur Verfügung steht. Auf diese Weise würde sich das Risiko für die Unternehmen minimieren und überdies Zeit und Nerven gespart.

Insgesamt betont die Studie, dass es die größten Probleme in den Bereichen Dienstleistungen und den öffentlichen Ausschreibungen gebe. Etwa 38 Prozent der Unternehmen sind der Meinung, dass sie nicht dieselben Möglichkeiten hätten wie einheimische Firmen, Dienstleistungen in andere EU-Länder zu verkaufen.

Etwa gleich düster sieht es für öffentliche Ausschreibungen aus. Nur 8 Prozent der Unternehmen gaben an, an öffentlichen Ausschreibungen anderer EU-Länder teilgenommen zu haben.

Überraschend ist vielleicht, dass anscheinend wenige Unternehmen Probleme damit haben, Personal innerhalb der EU zu versenden. Eine Ausnahme bilden Bauindustrie und Dienstleistungssektor. Als die Unternehmen dazu aufgefordert wurden, die Liste mit Handelsproblemen innerhalb der EU zu vervollständigen, wurden häufig Sprachschwierigkeiten, Frachtkosten und monetäre Kosten genannt.