Anleger flüchten in den Norden
Schweden und Norwegen gelten schon lange als teure Länder. In den letzten Monaten der Eurokrise hat sich dieser Trend jedoch verstärkt, der Euro wurde gegenüber der schwedischen Krone stark abgewertet. Letzte Woche sank der Wechselkurs auf das niedrigste Niveau seit elf Jahren. Musste man im Mai noch 9,17 Kronen für einen Euro bezahlen, kostete die Gemeinschaftswährung gestern nur noch 8,62 Kronen. Seit 2010 hat der Euro gegenüber der Krone rund zehn Prozent verloren.
Die Attraktivität der schwedischen und norwegischen Krone hängt mit den gesunden Staatsfinanzen beider Staaten zusammen. Schweden und Norwegen werden von den Ratingagenturen mit der höchsten Bonitätsnote bewertet. In der derzeitigen Krisensituation ein Grund für Anleger ihr Geld dort zu investieren.
Für die beiden nordischen Länder jedoch ist der schwache Euro ein Problem und das sollten auch Investoren beachten, die in die Währungen investieren wollen. Rund die Hälfte des schwedischen Bruttoinlandsprodukts wird von Exportunternehmen wie Ericsson, Electrolux und Volvo erwirtschaftet. 70 Prozent der Exporte gehen in die Europäische Union; die Schwächung des Euros macht sich somit in beiden Ländern bemerkbar. Es ist gerade die Kombination aus starker Krone und der Gefahr einer schwächeren Nachfrage, die Experten beunruhigt. Zugleich geht mit kleineren Währungen immer auch eine geringere Liquidität einher. Größere Transaktionen sorgen dann für starke Kursausschläge.
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Wussten Sie, dass?
…fast 90 Prozent der Bevölkerung lebt im südlichen Teil des Landes, geballt um die Hauptstadt Stockholm und die Hafenstädte Göteborg und Malmö. Norrland hingegen, das etwa 60 Prozent des gesamten schwedischen Territoriums ausmacht, zählt weniger als eine Million Einwohner.

